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Tod von Charlie Whiting: So trauern die Formel-1-Fahrer

Formel1.de-Logo Formel1.de 14.03.2019 Christian Nimmervoll, Co-Autoren: Edd Straw, Erwin Jaeggi

Große Trauer vor dem Grand Prix von Australien: Gesammelte Reaktionen auf den überraschenden Tod von FIA-Rennleiter Charlie Whiting

Das letzte Foto: Charlie Whiting am Mittwoch in Melbourne mit Sebastian Vettel © LAT Das letzte Foto: Charlie Whiting am Mittwoch in Melbourne mit Sebastian Vettel

Ein "Eckpfeiler der Formel 1", ein "wahrer Gentleman", ein "Racer im Herzen": Die Formel-1-Gemeinde trauert einen Tag vor dem Saisonauftakt 2019 in Melbourne um FIA-Renndirektor Charlie Whiting. Der 66-Jährige ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag völlig überraschend verstorben - und hinterlässt Fassungslosigkeit im Paddock.

"Gestern bin ich noch die Strecke mit ihm abgegangen. Wir haben Witze gemacht, über den Winter geredet, über unsere Kinder und die Familie", erinnert sich Sebastian Vettel. Robert Kubica wirft ein: "Ich habe Sebastian und Charlie beim Track-Walk gesehen. Ich wollte sie nicht stören, weil ich dachte, ich sehe Charlie ohnehin beim Fahrerbriefing am Freitag. Aber dazu wird es leider nicht mehr kommen ..."

Whiting war in der Formel 1 allseits beliebt. Am Tag seines Todes ist er das bestimmende Thema. Jeder erzählt Geschichten, wie zuvorkommend und nett er war. Nicht nur zu den hohen Tieren Branche, sondern auch zum kleinen Mann. Man musste nicht Lewis Hamilton oder Sebastian Vettel heißen, um ernst genommen werden. Auch für junge Journalisten und neue Fahrer war Whiting stets ansprechbar. Eine seltene Qualität bei Männern seines Formats.

"Ich erinnere mich noch an mein Rookie-Jahr", erzählt Carlos Sainz. "Er hat sich meine Meinung genau angehört, womit ich überhaupt nicht gerechnet hätte. Ich dachte, meine Meinung würde in der Formel 1 nichts zählen. Aber er hörte mir zu. Ich war erst 20 und hatte drei Rennen absolviert, aber er kam auf mich zu und fragte mich, was ich über dies und jenes denke. Er war jungen Fahrern gegenüber sehr aufgeschlossen."

"Ich weiß noch, dass ich damals auf der Strecke sehr aggressiv war. Er kam aber nicht zu mir, um mich zu schimpfen, sondern er sagte: 'Ich finde es toll, wie du und Max fahren. Ihr setzt neue Standards und seid ein bisschen aggressiver. Aber daraus entstehen auch Fragen über das Spurwechseln beim Bremsen.' Er hat nicht einfach gesagt, dass wir uns ändern müssen. Er hat nur gesagt, wir sollen ein bisschen aufpassen", erinnert sich Sainz.

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Fast jeder hat seine eigene kleine Whiting-Geschichte. Sainz hat über den Winter noch E-Mails mit dem FIA-Funktionär gewechselt, Max Verstappen hat ihn kürzlich in Genf getroffen. Der Red-Bull-Fahrer wurde für seinen Ausraster mit Esteban Ocon in Brasilien bestraft und musste eine Weiterbildung für FIA-Rennkommissare mitmachen. Whiting war dabei. "Wir sehen uns in Australien", hat er dort noch gesagt.

"Er war erst 66 Jahre", ist Verstappen fassungslos. "Ich schätze, wir sollten jeden Tag genießen und uns jeden Morgen bewusst machen, was für ein Geschenk das Leben ist. Die Formel 1 ist nur ein kleiner Teil davon." Lewis Hamilton war in der FIA-Pressekonferenz den Tränen nahe, als er auf Whiting angesprochen wurde. Und der eine oder andere Wegbegleiter hat tatsächlich Tränen vergossen, als er am Donnerstagmorgen von der traurigen Nachricht erfuhr.

"Er hat mir erzählt, dass er mit seiner Familie nach Mexiko kommen wollte, in seinem nächsten Urlaub", verrät Sergio Perez - und lobt: "Charlie war ein großartiger Mann, so ein Gentleman, ein immer freundlicher Mensch. Es ist wie in der Schule, wenn du einen neuen Lehrer bekommst. Ich werde ihn wirklich sehr vermissen. Wir sind viele Jahre gemeinsam um die Welt gereist - er noch viel länger als ich. Ich kann nur Gutes über ihn sagen."

Whiting hat es hinbekommen, für die Fahrer eine Vertrauensfigur zu sein, obwohl er oftmals Konflikte mit ihnen austragen musste. Bei den Fahrerbriefings am Freitag stellte sich fast jedes Mal einer bei ihm an, um sich über irgendwas zu beschweren. "Aber er hat es immer geschafft, dass wir uns benehmen", lächelt Kimi Räikkönen - und bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: "Das ist eine sehr traurige Nachricht. Nicht nur für die Formel 1."

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