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NBA: Celtics vs. Heat: Wenn Stärke und Stärke aufeinandertreffen

SPOX-Logo SPOX 15.09.2020 Philipp Schmidt

In den Finals der Eastern Conference treffen die ausgeruhten Miami Heat nach ihrem Favoritensturz auf die Boston Celtics, die ein Playoff-Drama hinter sich haben. Es steht der nächste Krimi bevor - in einer Serie, die das Duell Stärke vs. Stärke bereithält. Die SPOX -Vorschau.

Tatum und Butler treffen in den Conference Finals aufeinander. © Bereitgestellt von SPOX Tatum und Butler treffen in den Conference Finals aufeinander.

Spiel 1 zwischen den Celtics und Heat findet in der Nacht auf Mittwoch statt (0.30 Uhr). DAZN zeigt die gesamte Serie im Livestream. Mit dem kostenlosen Probemonat kannst Du live dabei sein - sichere ihn Dir hier!

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Boston Celtics vs. Miami Heat: Die Ausgangslage

Wer hätte das gedacht! Während Miami seine Zweitrundenserie gegen die Milwaukee Bucks, das beste Regular-Season-Team des Ostens, bereits in der Nacht zum Mittwoch beendete und durch einen 103:94-Sieg in Spiel 5 die Überraschung perfekt machte, musste Boston gegen die Raptors über die volle Distanz gehen. Erstmals in der Geschichte steht kein First- oder Second-Seed in den Eastern-Conference-Finals.

Nach einer dramatischen Double-Overtime-Niederlage in Game 6 entschieden die Celtics ein ebenso umkämpftes Entscheidungsspiel für sich, mussten dabei aber deutlich mehr Körner lassen als der kommende Gegner. In Runde eins hatten beide Teams bei Sweeps gegen die Pacers beziehungsweise Sixers keinerlei Probleme.

Ein Blick auf die bisher gespielten Playoff-Minuten zeigt, dass Miami einer engen Serie mit deutlich weniger Sorgenfalten entgegenblicken dürfte als die Celtics: Mit 318 Minuten spielten Jimmy Butler und Bam Adebayo nur unwesentlich mehr als Daniel Theis (304). Die Top 4 Bostons knackt die Marke von 400 Minuten deutlich (Jayson Tatum: 433).

Mit Brad Stevens und Erik Spoelstra treffen zwei der besten Head-Coaches der Association aufeinander. Im Duell gegen die Bucks hat Spoelstra eindrucksvoll gezeigt, welchen Einfluss eine Trainer-Leistung auf den Ausgang einer Serie haben kann, indem die Heat Giannis Antetokounmpo mit Ausnahme von Spiel 2 sehr gut im Griff hatten.

Auch der Vergleich mit Boston bietet ausreichend Storylines: Besonders interessant dürfte das Duell Heat-Offense gegen Celtics-Defense werden, wo sich Stärke und Stärke gegenüberstehen. Gegen Milwaukee kam Miami auf ein Offensiv-Rating von 113, 10,5 Punkte über dem Schnitt der Bucks. Gleichzeitig ließ Boston gegen Toronto nur 100,3 Punkte pro 100 Possessions zu, 10,5 Punkte unter dem Raptors-Schnitt.

Geht es nach den Heat, wird die Serie mehr über den Einsatz als die spielerische Klasse entschieden. "Wir werden das Rad nicht neu erfinden", erklärte Spoelstra. "Je tiefer du in den Playoffs bist, je weiter eine Serie voranschreitet, desto weniger Überraschungen gibt es. Es geht um den Einsatz, um den es eigentlich immer gehen sollte."

Boston Celtics vs. Miami Heat: Zahlen und Fakten

CelticsHeat
Bilanz Regular Season48-2444-29
Offensiv-Rating (Platz)112,8 (4)111,9 (7)
Defensiv-Rating (Platz)106,5 (4)109,3 (12)
Net-Rating (Platz)6,3 (3)2,7 (7)
Direkter Vergleich2-11-2

NBA Playoffs 2020: So gewinnen die Celtics die Serie

Die um drei Tage kürzere Pause könnte möglicherweise ein bald wieder genesener Schlüsselspieler kompensieren: Gordon Hayward, der sich sich im ersten Playoff-Spiel der Kobolde ein Verletzung am Sprunggelenk zuzog, wird den Celtics im Laufe der Serie wohl wieder zur Verfügung stehen. "Ich denke, er wird irgendwann in der Serie zurückkehren, aber ich weiß noch nicht, wann", erklärte Celtics-Coach Brad Stevens nach Spiel 7 gegen Toronto.

Spiel 1 wird er definitiv verpassen, am Montag absolvierte er laut Stevens einige kontaktlose, individuelle Einheiten. Dass er wie erhofft zu Spiele 2 wieder zurückkehrt, scheint aufgrund dieser Aussagen und Haywards Verletzungshistorie aber zweifelhaft.

Der Flügelspieler zeigte vor seiner Ausfall gute Leistungen und legte in der Regular Season durchschnittlich 17,5 Punkte, 6,7 Rebounds und 4,1 Assists bei einer Dreierquote von 38,3 Prozent auf. Sollte er rechtzeitig wieder Normalform erreichen, könnte er der sowieso schon auf mehrere Schultern verteilten und nur schwer ausrechenbaren Offensive der Celtics eine weitere Dimension verleihen.

Ankommen wird ohne Hayward noch mehr auf die Leistung von Kemba Walker: Der Point Guard, bei dem sich schon die gesamte Saison über Licht und Schatten abwechselte, gelobte nach katastrophalem Spiel 6 gegen Toronto (7 Punkte, 2/11 FG) Besserung, liefern konnte er jedoch nur bedingt (14, 5/16 FG). Gegen den formstarken Dragic sowie die Scharfschützen Miamis muss der ehemalige Charlotte-Star auch defensiv dagegenhalten, damit sich der (auf dem Papier) stärkere Backcourt Bostons auch im Ergebnis niederschlägt.

Aber vor allem offensiv muss Walker endlich liefern. Butler wird mit Tatum und Brown alle Hände voll zu tun haben, Dragic ist nicht mehr als ein durchschnittlicher Verteidiger und auch Robinson hat seine Qualitäten eher auf der anderen Seite des Feldes. Bei aller defensiven Flexibilität der Heat durch Jae Crowder, Andre Iguodala oder auch Adebayo muss Walker seine Schnelligkeitsvorteile im direkten Duell mit den Bigs konsequent ausspielen.

Auch das Talent-Level in der Spitze spricht für Boston, selbst vorerst ohne Hayward. Neben Tatum (25,2 Punkte und 10,1 Rebounds in den Playoffs), der den Schritt zum Star vollzogen hat, spielt Jaylen Brown ebenfalls eine ordentliche Postseason, wobei 30,2 Prozent aus der Distanz noch Steigerungspotenzial bieten. Herz und Seele der Kelten ist jedoch ein anderer.

Marcus Smart, zum zweiten Mal in Folge ins All-Defensive First Team gewählt, glänzte gegen die Raptors an beiden Enden des Feldes. Ob LeBron-Gedächtnis-Block, Triple-Double oder 5 Dreier - Smart lieferte, wenn er gebraucht wurde. Die Rückkehr von Hayward würde helfen, dass die durchschnittlich 38 Playoff-Minuten von Smart zumindest etwas zurückgehen, damit dieser seine Intensität in einem weiteren ausgeglichenen Duell aufrechterhalten kann.

Auf Haywards Rückkehr liegen die Hoffnungen der Celtics gegen Miami. © Bereitgestellt von SPOX Auf Haywards Rückkehr liegen die Hoffnungen der Celtics gegen Miami.

Boston Celtics: Der Playoff-Kader 2020

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Kemba WalkerMarcus SmartJaylen BrownJayson TatumDaniel Theis
Brad WannamakerRomeo LangfordGrant WilliamsSemi OjeleyeRobert Williams III
Tremont WatersCarsen EdwardsGordon HaywardEnes Kanter
Tacko Fall

NBA Playoffs 2020: So gewinnen die Heat die Serie

Dass Jimmy Butler Miamis bester Spieler und Anführer ist, ist unbestritten. Dennoch spielten sich im Laufe der regulären Saison sowie in der Bubble mehrere Teammates in den Vordergrund, die entweder die Scoring-Last von den Schultern Butlers nahmen oder durch Einsatz in der Defensive überzeugten. Gelingt dies auch gegen ein Team, das die Regular Season mit einem Top-5-Wert abschloss, was Offensive- und Defensive-Rating betrifft?

Im Angriff zeigt sich, dass neben gelegentlichen Scoring-Explosionen von Jimmy Buckets - wie er sie in Spiel 1 gegen die Bucks mit 40 Punkten zeigte - ein (statistisch) verhaltener Auftritt von Butler nichts Negatives bedeuten muss. Im Laufe der bisherigen Playoffs gab es bereits vier verschiedene Topscorer - sei es durch einen Dreierregen von Duncan Robinson oder einen dominanten Auftritt in der Zone von Bam Adebayo.

In den direkten Duellen in der regulären Saison deuteten die Heat an, dass ihnen das Matchup mit Boston durchaus liegt. Zwei der drei Spiele endeten mit einem Erfolg, beim letzten Spiel in der Bubble Anfang August sprangen Adebayo (12 Rebounds) und Robinson (5 Dreier) als Topscorer mit jeweils 21 Zählern für den fehlenden Butler in die Bresche, auch Dragic (20) überzeugte in seiner damaligen Rolle als Backup-Spielmacher.

Adebayo (16,2 Punkte, 11,7 Rebounds und 4,8 Assists in den bisherigen Playoffs) könnte der heimliche Schlüsselspieler der Serie sein. In zwei der drei Spielen gegen Boston kam er auf ein Double-Double, trotz beachtlicher Leistungen von Daniel Theis (9,5 Punkte und 6,6 Rebounds in den Playoffs) liegen die Vorteile im Frontcourt auf Seiten der Heat. Enes Kanter ist aus der Rotation gerutscht, Robert Williams III ist nur in limitierten Minuten spielbar.

Wollen die Heat erstmals seit 2014 die Finals erreichen, muss zudem der Dreier fallen. In der Regular Season traf das Team vom South Beach 37,9 Prozent der Versuche (Platz zwei), in den Playoffs sogar noch minimal besser. Problem: Die switching-freudigen Celtics ließen in der bisherigen Postseason nur 30,5 Prozent erfolgreiche Würfe vom Perimeter zu - keine andere Franchise machte es besser. Unter anderem im Fokus: Robinson, der nach bärenstarken 44,6 Prozent in der Regular Season "nur" noch 39,3 Prozent in den Playoffs versenkte.

Miami Heat: Der Playoff-Kader 2020

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Goran DragicDuncan RobinsonJimmy ButlerJae CrowderBam Adebayo
Kendrick NunnTyler HerroAndre IguodalaDerrick Jones Jr.Kelly Olynyk
Gabe VincentMeyers LeonardKyle Alexander

Celtics vs. Heat: Wer gewinnt die Serie?

Welches Team den Osten in den Finals vertreten darf, scheint völlig offen. Eine Serie über nur vier oder fünf Spiele mit Blick auf die gezeigten Leistungen scheint unwahrscheinlich. Die Celtics sollten ein erneutes siebtes Spiel gegen frischere Heat unbedingt vermeiden, dann könnten die Kräfte trotz Alpha-Tier Smart das Pendel zugunsten Miamis ausschlagen lassen. Gelingt ihnen das, spricht die individuelle Qualität sowie die Defense für Boston. Prognose: Celtics in 6.

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