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NBA: Playoff-Rennen in der Western Conference: Dreikampf der Superstars

SPOX-Logo SPOX 08.06.2020 Philipp Jakob

Mit dem Restart der NBA-Saison Ende Juli kämpfen sechs Teams um den letzten Playoff-Platz in der Western Conference. Die beste Ausgangsposition haben die Memphis Grizzlies, doch Zion Williamson und Damian Lillard sind ihnen dicht auf den Fersen. SPOX schildert die Ausgangssituation.

Zion Williamson und Ja Morant werden in den verbliebenen Regular-Season-Spielen um den letzten Playoff-Platz in der Western Conference kämpfen. © Bereitgestellt von SPOX Zion Williamson und Ja Morant werden in den verbliebenen Regular-Season-Spielen um den letzten Playoff-Platz in der Western Conference kämpfen.

Vergangene Woche einigten sich die NBA und die Spielergewerkschaft NBPA auf einen Spielmodus, in dem 22 Teams in Disney World Orlando die Saison 2019/20 fortsetzen sollen. Zunächst wird die Regular Season mit jeweils acht Partien pro Team zu Ende gespielt, bevor in einem potenziellen Play-In-Turnier das Playoff-Feld festgezurrt wird.

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Dabei kommt es jeweils zu einem Duell zwischen dem Acht- und Neuntplatzierten der Conference, sofern diese beiden Teams in der Endtabelle maximal vier Spiele voneinander getrennt sind. Ist dies der Fall, muss der Neuntplatzierte zwei Spiele in Folge gewinnen, um sich doch noch für die Playoffs zu qualifizieren. Dem Achtplatzierten reicht dagegen ein Sieg aus maximal zwei Spielen.

Während in der Eastern Conference nur noch die Washington Wizards ihren letzten (minimalen) Playoff-Chancen nach dem Restart hinterherhächeln werden, verspricht das Playoff-Rennen im Westen deutlich mehr Spannung.

In der Theorie kämpfen noch sechs Teams um das Ticket zur Postseason, darunter Damian Lillard und die Trail Blazers sowie die beiden Top-Rookies Zion Williamson mit den Pelicans und Ja Morant mit den Grizzlies. Und selbst die Mavs sind noch nicht sicher für die Postseason qualifiziert. SPOX zeigt Euch, wer die besten Karten auf die verbliebenen Playoff-Plätze im Westen hat.

Die Außenseiter im Playoff-Rennen der Western Conference

Platz 13: Phoenix Suns

  • Bilanz in der bisherigen Saison: 26-39 (Siegquote: 40 Prozent)
  • Rückstand auf Platz 8: 6 Spiele

Zunächst einmal sollte festgehalten werden, dass einige Variablen bezüglich des Restarts noch unsicher sind. Beispielsweise steht noch nicht fest, wie der Spielplan und damit die restlichen Gegner in den acht sogenannten "Seeding Games" für die Teams aussehen werden. Dennoch scheint sicher: Die Suns sollten sich keine allzu großen Hoffnungen auf die Playoffs machen.

Mit einem deutlichen Rückstand auf Platz 8 sowie der Tatsache, dass Phoenix vier Teams überholen müsste, um auf Rang 9 zu kommen, haben die Suns die deutlich schlechteste Ausgangssituation. Wie schlecht? Kevin Pelton von ESPN hat die restliche Saison in einer Simulation 100-mal ausspielen lassen - kein einziges Mal erreichten die Suns die Postseason.

Platz 12: San Antonio Spurs

  • Bilanz in der bisherigen Saison: 27-36 (Siegquote: 42,9 Prozent)
  • Rückstand auf Platz 8: 4 Spiele

In der Theorie stehen die Spurs mit nur einem halben Spiel Rückstand auf Platz 9 gar nicht mal so schlecht da, um sich zumindest eine Chance auf das Play-In-Turnier zu erspielen. Die Texaner haben einen der besten Head Coaches der Liga an der Seitenlinie, dazu viel Erfahrung in Person von DeMar DeRozan und LaMarcus Aldridge.

Die Leistungen in der bisherigen Saison vor der Corona-Unterbrechung sprechen allerdings gegen die 23. Playoff-Teilnahme der Spurs in Serie. Die Offense rangiert im liagweiten Vergleich immerhin im oberen Mittelfeld, mit 112,8 hat San Antonio jedoch das drittschlechteste Defensiv-Rating unter allen 22 Teams, die die Saison in Orlando fortsetzen werden (nur Washington und Portland sind schlechter). Die Konkurrenten im Playoff-Rennen haben mehr Talent in ihren Reihen.

Platz 11: Sacramento Kings

  • Bilanz in der bisherigen Saison: 28-36 (Siegquote: 43,8 Prozent)
  • Rückstand auf Platz 8: 3,5 Spiele

Ähnliches trifft auch auf die Kings zu. Von den verbliebenen Teams im Playoff-Rennen im Westen hat Sacramento das schlechteste Net-Rating. Da De'Aaron Fox und Co. bei Gleichstand mit den Blazers und Pelicans auch die Tiebreaker nicht auf ihrer Seite hätten, wird es wohl eher schwer mit der ersten Playoff-Teilnahme seit 14 Jahren.

Ein Vorteil für die Kings könnte allerdings im Spielplan liegen. Wird die Grundidee umgesetzt, die kommenden acht Gegner des eigentlichen Rest-Spielplans mit Ausnahme der Nicht-Disney-Bubble-Teams für die Seeding Games zu nehmen, wartet auf Sacramento kein einziges Top-4-Team aus den beiden Conferences. Stattdessen könnte zweimal ein direktes Duell mit New Orleans anstehen.

Die Favoriten im Playoff-Rennen der Western Conference

Platz 10: New Orleans Pelicans

  • Bilanz in der bisherigen Saison: 28-36 (Siegquote: 43,8 Prozent)
  • Rückstand auf Platz 8: 3,5 Spiele

Vor der Corona-Pause hatten die Pelicans trotz der Platzierung hinter Portland und Memphis laut dem Berechnungsmodell von FiveThirtyEight eine 60-prozentige Chance auf die Postseason - deutlich höher als die der beiden Hauptkonkurrenten. Dies war jedoch in erster Linie in dem leichten Rest-Programm begründet. Pech für New Orleans, dass die Teams aus dem Tabellenkeller nun nicht mehr dabei sind.

Außerdem kommt für NOLA erschwerend hinzu, dass es zwingend mehr Partien gewinnen muss als die Blazers, um an Portland vorbeizuziehen. Laut Tim Bontemps von ESPN wird die NBA die Siegquote als bestimmenden Faktor für die Tabellenposition heranziehen. Da die Blazers im Vergleich mit den Pels zwei Spiele mehr absolviert haben, haben sie in dieser Hinsicht den Vorteil.

Aber: Die Pelicans waren vor der Corona-Pause ziemlich gut aufgelegt. Acht der letzten 13 Spiele, bevor die Saison unterbrochen wurde, gingen an New Orleans. Jrue Holiday, Lonzo Ball, Brandon Ingram und Zion Williamson schienen langsam aber sicher in einen guten Rhythmus zu kommen.

Allein dieses Lineup sollte bei der Konkurrenz für Kopfschmerzen sorgen, dazu ist J.J. Redick sicherlich top motiviert, sich in seine 14. Postseason in 14 NBA-Jahren zu ballern. Zudem könnten einige direkte Duelle mit den Grizzlies anstehen, die New Orleans in dieser Saison bereits zweimal geschlagen hat.

Playoff-Rennen im Westen: Die Tabelle

PlatzTeamBilanzSiegquoteRückstand auf Platz 8 (Spiele)
7.Mavericks40-2759,7 Prozent+7
8.Grizzlies32-3349,2 Prozent-
9.Trail Blazers29-3743,9 Prozent3,5
10.Pelicans28-3643,8 Prozent3,5
11.Kings28-3643,8 Prozent3,5
12.Spurs27-3642,9 Prozent4
13.Suns26-3940 Prozent6

Platz 9: Portland Trail Blazers

  • Bilanz in der bisherigen Saison: 29-37 (Siegquote: 43,9 Prozent)
  • Rückstand auf Platz 8: 3,5 Spiele

Zahlreiche Verletzungen erschwerten diese Spielzeit für die Trail Blazers. Jusuf Nurkic fiel nach seinem komplizierten Beinbruch aus dem März 2019 schon zu Saisonbeginn aus, nach nur drei Spielen erwischte es dann Zach Collins, bevor Ende Februar auch Damian Lillard nach einigen MVP-würdigen Auftritten mehrere Spiele aussetzen musste.

Dank der Saisonunterbrechung sollte Portland aber quasi in Bestbesetzung in Disney World antreten können. Lillard erklärte zuletzt, er sei zu "100 Prozent" sicher, dass Nurkic und Collins zurückkommen werden, gemeinsam mit Backcourt-Kollege C.J. McCollum sollte das Team einigen Schaden anrichten können.

Mit einem Rückstand von 3,5 Spielen auf Memphis wird es aber wohl in erster Linie darum gehen, Platz 9 zu verteidigen. Schaffen es die Blazers dann tatsächlich in ein Play-Off-Turnier gegen die Grizzlies, hätte Portland in Person von Lillard den mit Abstand besten Spieler auf dem Parkett. In Verbindung mit deutlich mehr Postseason-Erfahrung im Gegensatz zu den jungen Grizzlies scheinen die Blazers die größte Gefahr zu sein, Memphis den Playoff-Platz doch noch vor der Nase wegzuschnappen.

Platz 8: Memphis Grizzlies

  • Bilanz in der bisherigen Saison: 32-33 (Siegquote: 49,2 Prozent)
  • Rückstand auf Platz 8: -

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Memphis den achten Rang wird verteidigen können. Selbst wenn die Blazers sechs ihrer acht Seeding Games gewinnen sollten, würde dem Team um Rookie-of-the-Year-Anwärter Ja Morant eine 3-5-Bilanz in den ausstehenden Partien reichen.

Das sollte machbar sein, vor allem, da voraussichtlich noch einige Spiele gegen direkte Konkurrenten im Playoff-Rennen anstehen werden. Im Play-In-Turnier haben die Grizzlies dann den Vorteil, nur eins der zwei Spiele gewinnen zu müssen, während der Neuntplatzierte in beiden Partien zum Siegen verdammt wäre.

Sowohl potenzielle Duelle gegen die Blazers (Morant vs. Lillard!) als auch gegen die Pelicans (Morant vs. Zion!!) versprechen eine Menge Spektakel. Memphis wird dennoch darauf hoffen, noch in den Seeding Games den Vorsprung auf den Neuntplatzierten soweit ausbauen zu können, um ein Play-In-Turnier zu vermeiden. Morant und Co. hätten sich einen Playoff-Platz nach der überraschend starken Saison sicherlich verdient - auch wenn in der ersten Runde gegen die Lakers wohl schnell Schluss wäre.

Zion Williamson und Ja Morant werden in den verbliebenen Regular-Season-Spielen um den letzten Playoff-Platz in der Western Conference kämpfen. © Bereitgestellt von SPOX Zion Williamson und Ja Morant werden in den verbliebenen Regular-Season-Spielen um den letzten Playoff-Platz in der Western Conference kämpfen.

Platz 7: Dallas Mavericks

  • Bilanz in der bisherigen Saison: 40-27 (Siegquote: 59,7 Prozent)
  • Vorsprung auf Platz 8: 7 Spiele

Sicher ist die Teilnahme an den Playoffs für Luka Doncic und Co. noch nicht. Bei noch acht ausstehenden Spielen könnte Dallas in der Theorie auf Platz 8 abrutschen und unter Umständen in das Play-In-Szenario verwickelt werden. Dafür müsste aber schon eine ganze Menge schief gehen, sprich: Die Mavs müssten alle Spiele verlieren.

Wahrscheinlicher ist daher, dass sich Dallas in den Partien vor dem Playoff-Start eher nach oben orientieren wird. Die Texaner liegen nur 2,5 Spiele hinter den Utah Jazz auf Rang vier und nur vier Spiele hinter den Denver Nuggets, dem Drittplatzierten.

Entsprechend könnten die Playoff-Positionen nach dem Restart noch kräftig durchgewirbelt werden, Dallas hat gute Chancen, mit mehreren Siegen ein paar Plätze gut zu machen. Dies wäre aus Mavs-Sicht extrem wichtig, um die Clippers als potenzielles Erstrundenmatchup zu umgehen.

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