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Ist van Gerwens Dominanz vorbei?

sport1.de-Logo sport1.de 06.09.2020 Stefan Junold

Die Art, wie Michael van Gerwen aus der Premier League ausgeschieden ist, gibt zu denken. Doch war die Saison nur ein Ausrutscher oder setzt sich der Trend fort?

Ist van Gerwens Dominanz vorbei? © Bereitgestellt von sport1.de Ist van Gerwens Dominanz vorbei?

Viele Darts-Fans werden sich die Augen gerieben haben, als sie sahen, was am Samstagabend passiert ist.

Selbst SPORT1-Experte Max Hopp, immerhin siebenmaliger WM-Teilnehmer, war schockiert und sprachlos.

Michael van Gerwen hat zum ersten Mal in seiner Karriere die Qualifikation für die Playoffs der Unibet Darts Premier League (Halbfinals und Finale am 22. Oktober LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und im LIVETICKER) verpasst – und das, nachdem er die Tabelle davor bei jeder seiner sieben Teilnahmen als Erster abgeschlossen und das Turnier fünf Mal gewonnen hatte. Die Art und Weise war dabei besonders bemerkenswert: kaum Aufbäumen, schlechtes Scoring, schlechtes Checkout und eine mangelhafte Körpersprache.

Dass auch große Dominatoren im Sport einmal Schwächephasen haben, ist normal. Doch wo geht der Trend bei van Gerwen hin? Spielt der Niederländer nur ein paar schlechte Monate oder geht es mit seiner Karriere bergab?

"Er muss aufpassen, dass er nicht die Kurve nach unten nimmt", warnt Hopp, der van Gerwen von der PDC-Tour gut kennt und schon mehrmals gegen ihn gespielt hat, bei SPORT1.

Van Gerwen wechselt Darts-Ausrüster

Der deutsche Profi führt die schwankenden Leistungen des Weltranglistenersten – einem 8:6-Sieg gegen Gary Anderson mit über 103 Punkten im Average folgte einen Tag später die 2:8-Pleite gegen Daryl Gurney mit einem Durchschnitt von 91,74 Punkten pro Aufnahme – vor allem auf den ungewohnten Spiel- und Turnier-Rhythmus, die seit der Corona-Pause fehlenden Zuschauer und die neuen Pfeile zurück.

"Momentan hat er eine kleine Schwächephase. Er hat immer wieder Probleme. Die letzten Niederlagen waren doch sehr deutlich. Ich mache mir schon etwas Sorgen, was da mit seinen Pfeilen los ist. Er sollte sich mit seinem Ausrüster wieder zusammensetzen und an den Pfeilen arbeiten", rät Hopp dem dreimaligen Weltmeister.

MvG hat nach der WM 2020 seinen Ausrüster gewechselt. Anstelle von XQMax Darts erhält er nun spezielle entwickelte Pfeile von Winmau. Doch das Setup scheint noch nicht ideal auf ihn abgestimmt zu sein.

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Viel Zeit bleibt van Gerwen für die Optimierung nicht. Ab zwölften September steht die Autumn Series der PDC mit fünf Turnieren in fünf Tagen an – also in der gleichen Frequenz wie in der Premier League und erneut ohne Fans in der Halle, was ihm nicht zu liegen scheint.

Nächste Major Turniere der PDC stehen an

Danach steigt mit den World Series Finals in Salzburg (18.-20. September) das erste Event an, bei dem die PDC wieder Zuschauer zulässt. Anschließend gestaltet sich der Turnierkalender wieder ähnlicher wie vor der Corona-Unterbrechung, der World Grand Prix (6.-12. Oktober in Coventry) findet jedoch auch noch hinter verschlossenen Türen statt.

Dass im Herbst so langsam wieder Normalität zurückkehren wird, könnte van Gerwen entgegenkommen. "Ich habe während der Pause gemerkt, dass ich es wirklich vermisse, jede Woche auf höchstem Level zu spielen", sagte "Mighty Mike" dem niederländischen Portal Dartsnieuws vor dem Restart der Premier League und glaubte: "Ich bin jemand, der einen Wettbewerb braucht, um in den Rhythmus zu kommen. Wir werden das in den nächsten Wochen haben, auf dem höchsten Level. Ich denke, das ist gut für mich."

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Doch die Tage von Milton Keynes haben das nicht bestätigt. "Er sieht sich selbst als den Größten. Das ist so. Von der Qualität ist er es auch. Jetzt muss er seinen Sprüchen vor Spielen Taten folgen lassen. Sonst wirkt er unglaubwürdig", fordert Hopp.

Van Gerwen gibt sich kämpferisch

Das versprach er auch nach der Niederlage gegen Gurney, einem der schwierigsten Momente in seiner Karriere. "Nur ich kann die Dinge wieder gerade rücken und das werde ich", twitterte van Gerwen am Samstagabend.

Allerdings dürfte die Konkurrenz etwas dagegen haben. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass van Gerwen es immer schwerer haben könnte, seine Vormachtstellung im Darts, die er seit über sechs Jahren inne hat, zu verteidigen.

"Ich denke nicht, dass van Gerwen über allen anderen steht. Die Jungs kommen immer näher", konstatierte Anderson vor wenigen Monaten bei DartsWorld.

Großer Vorsprung vor Wright und Price in der Weltrangliste

Der Niederländer Co Stompé vermutet sogar tiefer gehende Gründe für die Krise des 31-Jährigen. "Im Moment glaube ich nicht, dass er alles dafür tut, um der Beste zu bleiben", sagte der Ex-Profi und heutige Darts-Experte im August im Algemeen Dagblad über seinen Landsmann.

Bis er von Rang eins der Order of Merit verdrängt werden kann, dürfte es jedoch noch eine Weile dauern. Mit einem Preisgeld von über 1,5 Millionen Pfund liegt MvG über 600.000 Pfund vor dem Zweiten Peter Wright, dessen Ziel es nach wie vor ist, einmal die Nummer eins der Welt zu werden, und weitere 100.000 vor Gerwyn Price.

Doch möglicherweise wird van Gerwen ab sofort nicht mehr bei jedem Turnier automatisch als Topfavorit genannt. Seine außergewöhnlich schlechte Premier-League-Saison war schon ein deutliches Signal.

Hopp hofft hingegen, "dass er schnell wieder in die Erfolgsspur findet, denn er gibt unserer Sportart einen großen Mehrwert."

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