Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Coronavirus: Sport-Update am Mittwoch - die wichtigsten Entwicklungen im Überblick

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 25.03.2020 Nina Golombek

Mehr "Zuschauer" als 1955 gegen die Bayern - das war das Ziel einer Spendenaktion von Lok Leipzig. Die Basketball-Bundesliga wird weiter ausgesetzt, aber nicht abgebrochen. Der Nachrichtenüberblick.

© Jan Woitas/ picture alliance/dpa

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe, abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter

Lok Leipzig bricht Zuschauerrekord

15.20 Uhr: Fußball-Regionalligist Lok Leipzig hat mit seiner Spendenaktion "Leute, macht die Bude voll" den virtuellen Zuschauerrekord im Bruno-Plache-Stadion geknackt.

Am Mittwochnachmittag waren bereits über 62.000 Tickets für ein imaginäres Spiel am 8. Mai gegen einen "unsichtbaren Gegner" verkauft worden. Die Tickets sind im Fanshop der Sachsen für jeweils einen Euro zu erwerben. Das Geld kommt dem Klub in Zeiten der Coronakrise zugute.

Der reale Zuschauerrekord im Plache-Stadion datiert aus dem Jahr 1955, als der SC Rotation Leipzig Bayern München vor 55.000 Zuschauern empfing. Lok ist mit dem Ziel in die Aktion gegangen, auch den Allzeit-Vereinsrekord aus dem Europapokalspiel gegen Girondins Bordeaux 1987 (120.000 Zuschauer) zu knacken. Dieses Spiel fand im damaligen Zentralstadion statt.

Basketball-Bundesliga hält an Saison fest

Die Basketball-Bundesliga hat die Aussetzung ihres Spielbetriebs bis zum 30. April verlängert. Darauf verständigten sich die Liga und die 17 Klubs am Mittwoch in einer Videoschalte. Nach rund dreistündigen Beratungen entschieden sich die Verantwortlichen jedoch erneut gegen einen Abbruch der Saison.

Einen solchen Saisonabbruch hatte zuvor die Deutsche Eishockey Liga beschlossen. In der Basketball-Bundesliga wird es das erst einmal nicht geben: "Es bleibt das erklärte Ziel, die Saison 2019/2020 zu einem späteren Zeitpunkt geordnet zu Ende zu spielen, gegebenenfalls mit einem gekürzten respektive verdichteten Modus", hieß es in einer Mitteilung. Die Entscheidung sei mit deutlicher Mehrheit getroffen worden.

Die Bundesligisten wollen die Saison nicht abbrechen, weil ihre Existenz auf dem Spiel steht. Anders als beispielsweise im Fußball sind die Klubs im Basketball wegen fehlender Fernsehgelder noch stärker auf Zuschauereinnahmen angewiesen. "Wir sind extrem davon abhängig und können uns keine Geisterspiele leisten", sagte Gunnar Wöbke, Geschäftsführender Gesellschafter der Fraport Skyliners aus Frankfurt, dem SPIEGEL. "Es wäre bei der Vielzahl der noch verbleibenden Partien der ziemlich sichere Ruin für die meisten Bundesligisten."

Fußball bietet Anlagen und Personal an

13.48 Uhr: Die Spielstätte des FC Watford liegt direkt neben einem Krankenhaus. Daher hat der Premier-League-Verein dem britischen Gesundheitsdienst NHS sein Stadion und sämtliche Vereinsräume zur Nutzung angeboten. Die Räumlichkeiten sollen für Einführungskurse des medizinischen Personals und für Kinderbetreuung, als Besprechungs- oder Lagerräume genutzt werden. Der Fußballbetrieb in England ruht zunächst bis zum 30. April.

In Spanien bot die Nationalmannschaft Unterkünfte und Personal zum Bekämpfung der Krise an. "Das Hotel der Nationalmannschaft steht den Behörden zur Verfügung, als Krankenhaus oder als Unterkunft für die Mitarbeiter des Gesundheitswesens, was immer sie brauchen", sagte Luis Rubiales, Präsident des spanischen Fussballverbands auf einer Pressekonferenz. "Unsere Psychologen und Physiotherapeuten stehen den Mitarbeitern des Gesundheitswesens ebenfalls zur Verfügung."

Das spanische Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch einen Anstieg auf 3.434 Todesfälle in dem nach Italien am stärksten betroffenen Land in Europa.

Federer spendet eine Million Franken

13.30 Uhr: Tennis-Superstar Roger Federer folgt zahlreichen Sportgrößen und zeigt sich in der Coronakrise ebenfalls spendabel. Am Mittwoch teilte der Grand-Slam-Rekordsieger in den Sozialen Netzwerken mit, dass er zusammen mit seiner Ehefrau Mirka eine Million Franken (ca. 945.000 Euro) "für die am stärksten gefährdeten Familien in der Schweiz" spende.

"Wimbledon des Pferdesports" wird verschoben

11.40 Uhr: Der Chio in Aachen wird wegen der Coronavirus-Pandemie verlegt, soll aber noch in diesem Jahr ausgetragen werden. Das bedeutendste Reitturnier der Welt werde nicht wie geplant vom 29. Mai bis zum 7. Juni stattfinden, teilte der Veranstalter mit. "Ein Festhalten am geplanten Termin macht keinen Sinn, die aktuelle und zukünftige Gesundheit und Sicherheit aller am Turnier Beteiligten haben für uns allerhöchste Priorität", sagte Chio-Sportchef Frank Kemperman. Vorrangiges Ziel sei es, das Turnier zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr 2020 zu organisieren.

Die Organisatoren wollen auch die Kartenkäufer mit allen weiteren notwendigen Details versorgen, sobald ein neuer Austragungszeitpunkt gefunden sei, hieß es weiter. Bei dem internationalen Turnier gehen seit Jahrzehnten Nationalteams in verschiedenen Disziplinen an den Start. Jährlich kommen an allen Wettkampftagen mehr als 500.000 Besucher in die Aachener Soers. Allein das Reitstadion fasst 40.000 Zuschauer.

Olympia wird laut Bach nicht auf die Sommermonate beschränkt

11.12 Uhr: Bei der Suche nach einem neuen Termin für die auf 2021 verlegten Olympischen Spiele von Tokio will das IOC schnell in die Abstimmung mit allen 33 internationalen Sportfachverbänden gehen. Schon am Donnerstag solle es dazu eine gemeinsame Telefonschalte geben, sagte Thomas Bach während einer telefonischen Pressekonferenz in Lausanne. "Das ist der erste Schritt. Dann müssen wir schauen, welche Optionen wir haben", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Die Sommerspiele in Tokio waren am Dienstag in einem gemeinsamen Beschluss der japanischen Gastgeber und des IOC wegen der Coronavirus-Pandemie auf das nächste Jahr verschoben worden. Sie sollen spätestens im Sommer 2021 nachgeholt werden.

Dafür müsse aber auch der weitere Termine im Sportkalender rund um Olympia betrachtet werden. "Wir sollten zu einer Lösung so bald wie möglich kommen", sagte Bach. Die Wahl des Termins müsse aber wohl überlegt sein - die Spiele seien aber nicht auf die Sommermonate beschränkt.

Für alle Fragen rund um die Verlegung sei eine Notfall-Arbeitsgruppe mit dem Namen "Here we go" ("Los geht's") gegründet worden. "Das ist ein großes Puzzle, jedes Teil muss passen. Wenn man ein Teil raus nimmt, ist das ganze Puzzle zerstört. Deshalb beneide ich die Mitglieder dieser Task Force nicht", sagte Bach.

Das zögerliche Vorgehen der Olympia-Organisatoren in der Coronakrise hatte Kritik erzeugt. Auf die Frage, ob er an Rücktritt gedacht habe, antwortete Bach: "Nein".

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von DER SPIEGEL

DER SPIEGEL
DER SPIEGEL
| Anzeige
| Anzeige
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon