Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Holt Löw endlich Müller zurück, Herr Bierhoff?

sport1.de-Logo sport1.de 21.06.2020 SPORT1
Oliver Bierhoff (r.) ist Direktor des Deutschen Fußball-Bundes © SPORT1 Oliver Bierhoff (r.) ist Direktor des Deutschen Fußball-Bundes

Oliver Bierhoff kann die Kritik von Karl-Heinz Rummenigge an den Entscheidungen der UEFA vom vergangenen Mittwoch nur teilweise nachvollziehen.

"Das wundert mich, weil bei den Entscheidungen auch Vertreter der Vereine dabei waren", sagte der DFB-Direktor im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1. Zwar sei kein Bayern-Verantwortlicher direkt anwesend gewesen, aber es bestehe eigentlich ein Austausch.

Am Mittwoch hatte die UEFA entschieden, dass das Champions-League-Finale wegen der Coronapause erst am 23. August über die Bühne gehen wird. Am 3. September schon stehen demnach aber schon die ersten Länderspiele auf dem Programm. 

Bayern-Boss Rummenigge hatte sich darüber beschwert, dass seine Spieler vor dem geplanten Auftakt zur neuen Bundesliga-Saison Mitte September kaum eine Pause haben würden. 

NÄCHSTES
NÄCHSTES

Bierhoff äußerte sich aber auch zur Ausbootung von Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng aus der Nationalmannschaft sowie zum Wechsel von Timo Werner. SPORT1 fasst die Aussagen zusammen.

Bierhoff über...

... die Kritik von Karl-Heinz Rummenigge am UEFA-Kalender

"Das wundert mich, weil bei den Entscheidungen auch Vertreter der Vereine dabei waren. Es ist problematisch, wenn die Spieler im Herbst kommen, da kann ich ihn schon verstehen. Das ist aber eine Entscheidung, die auf europäischer Ebene beschlossen wurde."

"Theoretisch müssen auch noch zwei Testspiele gemacht werden, weil sie an die UEFA verkauft sind. Du hast einen Vertrag mit der UEFA und keinen direkten Einfluss. Du darfst auch nicht mehr Spiele machen, wir stehen in der Pflicht die Spiele zu liefern. Wir sind im ständigen Austausch. Man darf nicht nur die deutsche Sicht sehen. Es gibt kleine Verbände, die von den Spielen in der Nations League auch leben. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass der Fokus der UEFA auf der Champions League und der Europa League liegt und die Nationalmannschaften danach kommen."

NÄCHSTES
NÄCHSTES

... die Europameisterschaft

"Man hat Verpflichtungen gegenüber der Städte. Du weißt auch nicht, wie schnell ein Land eine Europameisterschaft ausrichten könnte. Das eine Europameisterschaft stattfindet, ist auch für die Spieler wichtig. Das ist damals eine Entscheidung von Michel Platini gewesen, das war ein interessanter Gedanke. Ein sportpolitischer Gedanke. Man sieht aber jetzt auch schon, dass alleine schon aus logistischen Aspekten eine EM in so vielen Ländern unglaubliche Anstrengungen erfordert und so wohl auch nicht mehr vorkommt."

... den EM-Kader

"Man kann nie vorausschauen. Im ersten Blick haben wir gesehen, dass Leroy Sane und Niklas Süle zwei wichtige Spieler verletzt sind. Wir haben eine junge Mannschaft, daher glaube ich, dass die Verschiebung der EM für uns ein Vorteil ist."

...ein Comeback von Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng in der Nationalmannschaft 

"Ich als Trainer würde den aufstellen, der am Wichtigsten für die Mannschaft ist. Das heißt nicht, dass immer der Beste spielen muss. Manchmal gibt es Konstellationen von Mannschaften, dass ich zwei Nicht-Beste spielen lasse, weil sie in der gesamten Konstellation besser sind. Mich freut es, dass Jerome Boateng und Mats Hummels gute Leistungen bringen. Die Entscheidung ist Jogi Löw damals nicht leicht gefallen. Er wollte ein klares Zeichen in Richtung der jungen Spieler setzen. Daher gehe ich nicht davon aus, dass er morgen seine Meinung ändert. Die Entscheidung war damals nicht endgültig, dass ist damals so rübergekommen."

... die Kritik an der Kommunikation der Entscheidung

"Man hätte das besser formulieren müssen. Wir hatten Top-Jungs wir hatten bei der WM 2018 aber schon den Konflikt zwischen den jungen und alten Spielern. Als Spieler spürst du, ob du das Vertrauen des Trainers hast. Daher war das ein konsequenter und starker Weg, der sich meines Erachtens auch ausgezahlt hat. Reibung und Energie braucht es und wir brauchen auch solche Typen. Zum jetzigen Zeitpunkt glaube ich, dass Jogi sagen würde, wir sind den Schritt mit den jungen Spielern gegangen, lass uns den mal weiter gehen. Es war damals klar, dass du Platz schaffen musstest."

... Dortmunds Trainer Lucien Favre

"Er ist ein hervorragender Trainer, das haben viele meiner Spieler gesagt. Er ist nicht der Lautsprecher, sondern eher ein Feingeist und sehr sensibel. Daher wird er wohl manchmal in Frage gestellt."

...den Wechsel von Timo Werner zu Chelsea

"Bei Bayern gibt es im Sturm so eine große Konkurrenz, da musst du auch einen bestimmen Charakter mitbringen. Er ist eher ein Spieler, der von Kontinuität und Vertrauen lebt. Der englische Fußball ist gut für ihn. Er wird dort eine gute Entwicklung haben. Ich sehe ihn da mehr, als in einer Mannschaft die rein mit technischen Fußball agiert. Er ist ein Spieler der Platz braucht, der die Tiefe braucht und seine Schnelligkeit ausspielt. Vielleicht war das auch ein Gedanke bei dem Wechsel."

"Timo will immer spielen. Vielleicht gibt es da auch wirtschaftliche Aspekte. Zum Beispiel, dass Chelsea gesagt hat: Wir können nicht das Risiko eingehen, dass er verletzt oder müde bei uns anfängt. Ich glaube, dass da von verschiedenen Seiten Druck auf Timo ausgeübt wurde."

...Bayern-Trainer Hansi Flick

"Er ist jemand, der menschlich unglaublich emphatisch ist und ein klasse Kerl ist. Man soltle ihn aber nicht darauf reduzieren, dass er gut mit Menschen kann. Er hat klare technische Vorstellungen und viele gute Gedanken bei der Trainingsgestaltung bei uns in der Nationalmannschaft umgesetzt. Er hat einen sehr guten Blick für Spieler. Die Erfahrung hat ihm jetzt eine gewisse Lockerheit gegeben, aber auch einen Fokus, seinen Weg zu gehen. Er hat eine sehr klare Meinung und klare Vorstellungen."

| Anzeige
| Anzeige

MEHR VON SPORT1

| Anzeige
| Anzeige
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon