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Nach Slapstick-Patzer - Fans skandieren "Nübel raus!"

sport1.de-Logo sport1.de 29.02.2020 SPORT1, Sportinformationsdienst
Alexander Nübel legte sich den Ball in Köln selbst ins Netz © dpa Alexander Nübel legte sich den Ball in Köln selbst ins Netz

Alexander Nübel zog sich mit starrer Miene die Handschuhe aus, den Gang zu den Fans trat er nur auf Drängen seiner Mitspieler an. 

Mit einem Slapstick-Eigentor hatte der Schlussmann von Schalke 04 die 0:3 (0:2)-Niederlage beim 1. FC Köln besiegelt und ahnte schon, was folgen würde. "Nübel raus", skandierten die aufgebrachten Anhänger.

"Ich finde es sehr, sehr schade und traurig, wie die Fans reagieren. Alex ist auch nur ein Mensch, der macht auch Fehler. Wir stehen zu Alex, wir wissen, was wir an ihm haben", nahm Teamkollege Alessandro Schöpf den Torhüter bei Sky in Schutz.

Nübel leistete sich bei einem harmlosen Schuss von Florian Kainz (75.) einen haarsträubenden Fehlgriff, als ihm der Ball erst durch die Hände und dann durch die Beine glitt. Der Versuch, das Richtung Tor trudelnde Leder noch rechtzeitig zu stoppen, misslang - zu fassen bekam er den Ball erst hinter der Torlinie. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Die Torhüter-Diskussion erhält damit vor dem Viertelfinale im DFB-Pokal gegen Nübels künftigen Arbeitgeber Bayern München am Dienstag neue Nahrung.

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Wagner lässt Nübel-Einsatz in München offen

Ob Nübel in der Allianz Arena am Dienstag das Tor hüten wird, ließ Trainer David Wagner unmittelbar nach dem Abpfiff offen. "Wir werden dieses Spiel sacken lassen, besprechen und dann werden wir weitersehen. Das ist nichts, was heute entschieden wird", meinte Wagner - und schob aber vielsagend hinterher: "Es gibt jetzt für mich die Überlegung: Was machen wir nach diesem Spiel? Wie gehen wir damit um? Wenn wir über Bayern nachdenken, dann denken wir auch über die Aufstellung nach."

Wagner betonte aber auch, Nübel nicht fallen zu lassen: "Er ist Teil unserer Gruppe. Das gehört sich einfach aus Menschlichkeit, aus Respekt, dass wir Mitglieder unserer Gruppe aufbauen. Da gehört Alex dazu."

Doch das ist nicht das einzige Problem der Königsblauen: Nach dem sechsten Spiel in Folge ohne Sieg steckt Wagners Team in der Krise. Im weiteren Verlauf des 24. Spieltags könnten die Schalker erstmals seit November aus den internationalen Plätzen rutschen. (SERVICE: Die Tabelle

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Sebastiaan Bornauw (9.) und Jhon Córdoba (39.) brachten die Kölner die Königsblauen schon vor Nübels Patzer auf der Verliererstraße. Einziger Wermutstropfen aus Kölner Sicht, die sich mit 29 Punkten auf Platz zehn verbesserten: Torjäger Córdoba sah seine fünfte Gelbe Karte und wird in der kommenden Woche beim Spiel in Paderborn fehlen. (SERVICE: Der Bundesliga-Spielplan)

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Bei Schalke machte sich das erneute Fehlen von Suat Serdar bemerkbar. Ohne den Nationalspieler, der sich im Training am Freitag einen Zeh angebrochen hatte, mangelte es an Kreativität und Überraschungsmomenten. Anime Harit, in der Hinrunde noch überragend, konnte das Spiel nicht an sich reißen.

Ozan Kabak am Rücken verletzt

Das fiel spätestens nach dem frühen Gegentor ins Gewicht. Köln konnte sich zurückziehen und die Stärken bei Kontern ausspielen - Schalke blieb viel zu harmlos. Zu allem Überfluss musste bereits in der 29. Minute Ozan Kabak verletzt vom Feld. Der Abwehrchef, noch einer der stärkeren Schalker in den vergangenen Wochen, stürzte nach einem Zusammenprall mit Cordoba auf den Rücken und konnte nicht weiterspielen. Für ihn kam Jean-Clair Tobido.

Beim zweiten Gegentor, das Cordoba selbst einleitete, ließ sich Tobido wie die gesamte Hintermannschaft überrumpeln. Nübel, der trotz seiner jüngsten Patzer den Vorzug vor Markus Schubert erhalten hatte, war machtlos.

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Köln spielte weiter selbstbewusst und schnörkellos nach vorne. Dass der von Schalke ausgeliehene Mark Uth aufgrund einer Klausel im Leihvertrag nicht auflaufen durfte, schwächte den FC nicht. In der Abwehrzentrale ersetzte Toni Leistner den an der Wirbelsäule verletzten Rafael Czichos und fügte sich nahtlos ein.

Der Anpfiff der zweiten Halbzeit verzögerte sich für einige Augenblicke, weil FC-Fans ein Schmähplakat in die Höhe hielten. Die Kölner Mannschaft um Kapitän Jonas Hector, Trainer Markus Gisdol und Manager Horst Heldt eilten zur Fankurve, um das Geschehen zu beruhigen. Das Plakat richtete sich offenbar gegen Mäzen Dietmar Hopp von der TSG Hoffenheim, die Deutsche Fußball Liga (DFL) und den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Nach kurzer Zeit rollten die Fans ihr Transparent ein.

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Am Spiel selbst änderte sich wenig. Schalke fehlten die Mittel, um gefärhlich zu werden - Köln setzte immer wieder Nadelstiche und sorgte dank Nübel für die Entscheidung.

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