Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Coronavirus: Olympiastadion-Betreiber bietet Hertha BSC Mietminderung an

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 18.03.2020 Florian Pütz

In der Fußball-Bundesliga wird in der Coronakrise über eine Kürzung der Gehälter diskutiert, der Betreiber des Olympiastadions möchte Hertha BSC nun entgegen kommen. Das Update im Sport.

© Andreas Gora/ dpa

Olympiastadion-Chef bietet Hertha BSC Mietminderung an

22.03 Uhr: Zur Abminderung der finanziellen Folgen aufgrund von Spielausfällen in der Fußball-Bundesliga hat der Betreiber des Berliner Olympiastadions Hertha BSC eine Mietminderung angeboten. "Man kann davon ausgehen, dass wir mit Hertha eine partnerschaftliche Lösung anstreben. Wir können ja nichts in Rechnung stellen, was nicht erbracht wurde", sagte Timo Rohwedder, Geschäftsführer der Olympiastadion Berlin GmbH, der "Bild"-Zeitung.

Hertha hat einen Mietvertrag für das Olympiastadion bis 2025 unterschrieben und zahlt etwas mehr als fünf Millionen Euro pro Jahr. Nun hat der Berliner Senat den Sportbetrieb in der Stadt bis 19. April gestoppt. Wenn Hertha in Zeiten der Coronavirus-Pandemie überhaupt noch Heimspiele in der laufenden Saison austragen darf, kommen wohl nur Geisterspiele infrage, bei denen keine Einnahmen durch Ticketverkäufe erzielt werden. "Selbst bei einem Geisterspiel werden wir wohl nicht einen vollständigen Mietpreis einfordern", sagte Rohwedder.

Auch Athletensprecher Max Hartung in Quarantäne

21.22 Uhr: Der viermalige Fecht-Europameister Max Hartung muss wegen der Coronakrise mit neuen Einschränkungen auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio zurechtkommen. Der Präsident der deutschen Athletenvereinigung begab sich mit seiner Freundin in freiwillige häusliche Isolation. Das bestätigte er dem Sport-Informations-Dienst.

Seine Freundin habe Kontakt zu einer infizierten Person gehabt, deshalb bleiben beide bis Ende nächster Woche vorsichtshalber in ihrer Wohnung in Köln. Damit fallen gut vier Monate vor dem geplanten Start der Sommerspiele (24. Juli bis 9. August) Laufeinheiten und sonstige Outdoor-Aktivitäten als alternative Trainingsmöglichkeiten weg. Fecht-Training war für den 30-Jährigen bereits seit Ende vergangener Woche nicht mehr möglich, nachdem die Trainingshalle in Dormagen geschlossen worden war.

Lesen Sie hier ein Interview mit Hartung darüber, was eine Verschiebung von Olympia für die Sportler bedeuten würde.

Hilfspaket für englische Klubs unterhalb der Premier League

21.10 Uhr: Klubs in England unterhalb der Premier League können auf Hilfe der English Football League (EFL) hoffen, wenn sie wegen der Coronavirus-Pandemie in finanzielle Bedrängnis geraten. Zur Überbrückung kurzfristiger Engpässe stellt die EFL 50 Millionen Pfund zur Verfügung. "Es gibt nicht die eine Lösung", erklärte die EFL, "aber das sind Mittel, die den unmittelbaren Cashflow unterstützen." Der Dachverband organisiert den Spielbetrieb in Englands Profifußball unterhalb der autonomen Premier League.

Schottischer Fußballklub will Gehälter halbieren

20.58 Uhr: Der schottische Erstligist Heart of Midlothian hat in Folge der Coronavirus-Pandemie eine Kürzung der Gehälter angekündigt. In einem offenen Brief bat Klubbesitzerin Ann Budge Spieler, Trainerpersonal und andere Mitarbeiter darum, bis auf Weiteres auf die Hälfte ihres Lohns zu verzichten. Budge reagierte damit auf finanzielle Einbußen durch die Einstellung des Ligabetriebs aufgrund der Coronakrise.

"Es wird keine Einnahmen von Spielen und allen damit verbundenen Geschäftsströme geben, während der Fußball ruht", erklärte Budge in einer Klubmitteilung. Es sei zudem unwahrscheinlich, dass jenseits der Spieltage Einnahmen generiert würden. Beim Klub aus Edinburgh steht der deutsche Trainer Daniel Stendel unter Vertrag.

Die Entscheidung sei ihr nicht leicht gefallen, schrieb Budge. "Wenn ich nicht absolut überzeugt wäre, dass das für eine nachhaltige Zukunft unsere Geschäfts notwendig ist, hätte ich unsere Angestellten nicht darum gebeten, diese Einscheidungen hinzunehmen." Sollten 50 Prozent des Gehalts bei Mitarbeitern unter dem Existenzminimum liegen, soll die Reduzierung bei den Betroffenen geringer ausfallen.

Auch in der Bundesliga wird über Gehaltskürzungen bei Spielern diskutiert, sagte DFL-Boss Christian Seifert. In der DFL-Sitzung am Montag soll das ein Thema gewesen sein. Die Klubs wollten ihre Verträge jedoch einhalten, hieß es.

Alle ATP- und WTA-Turniere bis Juni ausgesetzt

19.51 Uhr: Die Tennisweltverbände ATP und WTA haben ihre Spielpausen aufgrund der Corona-Pandemie bis zum 7. Juni verlängert. Die Weltranglisten sind in diesem Zeitraum eingefroren. Davon betroffen sind neben den French Open auch die Masters in Madrid und Rom.

Zuvor waren auch die BMW Tennis-Open in München abgesagt worden. Das Sandplatzturnier sollte eigentlich vom 25. April bis 3. Mai stattfinden. "Auch wenn es schwerfällt, am Ende geht es um eine Gesamtverantwortung gegenüber den Zuschauern und den Spielern sowie allen Beteiligten, die am Turnier mitwirken", wurde Veranstalter Michael Mronz in einer Pressemitteilung zitiert. Ob die BMW Open zu einem späteren Zeitpunkt ausgetragen werden, ist derzeit noch unklar. Die ATP will in den kommenden Wochen über einen neuen Turnierplan entscheiden.

Die Veranstalter der French Open hatten am Dienstag völlig überraschend verkündet, dass der Sandplatz-Klassiker in Paris in den Herbst verlegt wird. Der Grand Slam findet nun nur eine Woche nach dem letzten Major des Jahres, den US Open, vom 20. September bis zum 4. Oktober statt.

24 Stunden von Le Mans verschoben

18.17 Uhr: Das traditionsreiche 24-Stunden-Rennen von Le Mans ist aufgrund der Coronavirus-Pandemie verschoben worden. Wie die französischen Organisatoren mitteilten, soll die 88. Auflage des Langstreckenklassikers vom 16. bis 20. September stattfinden.

Ursprünglich sollte vom 10. bis 14. Juni auf dem 13,5 km langen "Circuit des 24 Heures" gefahren werden. Bereits zuvor war das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring verschoben worden. Das traditionsreichste deutsche Langstreckenrennen wird statt im Mai nun vom 24. bis 27. September und damit eine Woche nach dem Rennen von Le Mans ausgetragen.

Handball-Bundesliga der Frauen abgebrochen

18.09 Uhr: Die Handball-Bundesliga-Saison der Frauen ist wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochen worden, das entschied der Liga-Vorstand. In den ersten beiden Ligen gibt es demnach keine sportlichen Absteiger in dieser Saison. Über mögliche Aufsteiger sowie die Vergabe der internationalen Startplätze werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, hieß es.

"Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit würden die Klubs aufgrund der damit verbundenen Einnahmeverluste im Bereich Ticketing und Sponsoring in unzumutbarer Weise belasten. Schon jetzt stehen die 14 Erst- und 16 Zweitligisten im Hinblick auf die kommende Saison vor enormen, nie da gewesenen wirtschaftlichen Herausforderungen", hieß es in einer Mitteilung.

Offen ist die Austragung des Final-Four-Turniers im Pokal, das aufgrund behördlicher Vorgaben nicht wie geplant am 23. und 24. Mai in Stuttgart stattfinden kann. Die HBF prüft eine Verlegung auf einen späteren Zeitpunkt, die Tickets behalten zunächst ihre Gültigkeit.

Formel 1 zieht Werkspause vor

17.38 Uhr: Die Werkpause der neuen Formel-1-Saison wird vorgezogen. Die Sommerpause, in denen Arbeiten am Wagen nicht erlaubt sind und die normalerweise im Juli und August stattgefunden hätten, findet nun im März und April statt. Zudem werde die Pause auf 21 Tage verlängert, hieß es in einer Mitteilung.

In dem neuen Zeitraum kann wegen der Coronavirus-Pandemie ohnehin kein Rennen durchgeführt werden. Nach dem Ausfall des Saisonauftakts in Australien und den abgesagten Rennen in Bahrain, Vietnam und China arbeiten die Formel-1-Bosse an einem neuen Rennkalender. Wann die Saison losgehen kann, steht derzeit noch nicht fest. Allerdings gilt es als sicher, dass auch die Rennen in Zandvoort (3. Mai), Barcelona (10. Mai) und Monaco (24. Mai) verschoben oder abgesagt werden. Ursprünglich sollten in dieser Saison 22 Rennen gefahren werden, so viele wie noch nie.

Durch die Verlegung der Werkspause schafft sich die Formel 1 die theoretische Möglichkeit, ausgefallene Rennen im August nachzuholen.

Italien prüft Wiederaufnahme des Serie-A-Spielbetriebs im Mai

17.03 Uhr: Die italienische Fußballliga Serie A könnte den wegen der Coronavirus-Pandemie ausgesetzten Spielbetrieb am 3. Mai wiederaufnehmen. Das sagte Italiens Sportminister Vincenzo Spadafora in einem Fernsehinterview. Es sei jedoch zu prüfen, "ob die Spiele mit oder ohne Zuschauer ausgetragen werden sollen, das hängt von der Situation ab". Italien hatte am 9. März alle Sportwettbewerbe zunächst bis zum 3. April ausgesetzt.

Der italienische Verbandschef Gabriele Gravina rechnet mit finanziellen Verlusten in der Größenordnung von bis zu 700 Millionen Euro, sagte er in einem Radiointerview. Eine Kürzung der Spielergehälter schloss er deshalb nicht aus. "Es darf kein Tabu sein, von Gehaltskürzungen zu sprechen. Auch die Fußballwelt muss sich ändern. Wir sind alle zu einer Geste großer Verantwortung aufgerufen", sagte Gravina.

Italiens Regierung prüft indes die Möglichkeit eines kompletten Verbots für Aktivitäten im Freien. "Wir haben die Möglichkeit für Sport im Freien offen gelassen, weil uns Wissenschaftler dazu geraten hatten. Doch wenn der Appell an die Bürger, zu Hause zu bleiben, ignoriert wird, müssen wir ein komplettes Ausgangsverbot einführen", sagte Sportminister Spadafora.

RB Leipzig verhängt Einstellungsstopp

16.45 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie und die Spielpause der Fußball-Bundesliga zieht bei RB Leipzig wirtschaftliche Einschnitte nach sich. Der Klub hat ein internes Maßnahmenpaket verabschiedet, um die Arbeitsplatzerhaltung der über 400 Mitarbeiter zu gewährleisten, sagte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff.

"Dabei geht es um die Streichung von Investitionen und Kampagnen. Zudem werden wir 2020 keine Neueinstellungen vornehmen. Das gibt uns etwas Luft", sagte Mintzlaff. "Wir können sicherlich noch im übernächsten Monat alle Gehälter zahlen. Aber irgendwann können wir das wirtschaftlich nicht mehr auffangen."

Ob der Einstellungsstopp auch für mögliche Sommerzugänge des Profiteams gilt, ist unklar. Die Bundesliga ist bis mindestens Anfang April ausgesetzt, dass danach weiter gespielt wird, ist jedoch unwahrscheinlich. So besteht beispielsweise in Berlin ein Veranstaltungsverbot bis zum 19. April. Zudem ist noch nicht geklärt, inwiefern die Coronakrise auch Einfluss auf die im Juli startende Transferperiode hat.

Basketballer verlassen Deutschland

15.32 Uhr: Die Bundesliga-Basketballer Trevor Releford und Jairus Lyles verlassen vorerst die Löwen Braunschweig und kehren in ihre Heimat zurück. "Beide haben den Wunsch geäußert, nach Hause in die USA fliegen zu dürfen, um in der aktuell herausfordernden und schwierigen Zeit bei ihren Familien sein zu können", hieß es in einer Klubmitteilung.

Der Vertrag mit den beiden Guards wurde zunächst aufgelöst, beinhaltet aber die Option auf eine Rückkehr, sollte der derzeit ausgesetzte Bundesliga-Spielbetrieb wieder aufgenommen werden. Releford hat bei den Braunschweigern einen Kontrakt für die Saison 2020/2021, demnach ist der Vertrag nur für die laufende Saison ausgesetzt.

DFB-Team spendet 2,5 Millionen Euro

13.34 Uhr: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat angesichts der Coronakrise einen Spendenaufruf gestartet und geht mit gutem Beispiel voran: Die Nationalspieler um Kapitän Manuel Neuer spenden 2,5 Millionen Euro für soziale Zwecke. Über die Plattform wirhelfen.eu kann sich jeder Fan an der Aktion beteiligen.

"Wir müssen aufeinander schauen in solchen Zeiten", sagte Neuer, der sich wie mehrere seiner Kollegen in einer Videobotschaft an die Fans wandte. "Wir allen merken, dass wir uns in einer absoluten Ausnahmesituation befinden. Jeder von uns ist betroffen", ergänzte Joshua Kimmich: "Deshalb ist es wichtig, dass wir einander helfen und unterstützen. Wir sollten uns alle unserer Verantwortung bewusst sein und Solidarität zeigen."

Leon Goretzka sagte: "Ich möchte euch bitten, euren Teil beizutragen. Wir als Nationalmannschaft sind vorausgegangen und haben 2,5 Millionen Euro für den guten Zweck gespendet und hoffen, dass viele von euch folgen werden." Auch Matthias Ginter, Lukas Klostermann, Luca Waldschmidt und Robin Koch fordern ihre Anhänger zu Spenden auf.

"Lasst uns ein Zeichen setzen, indem wir zusammenstehen in dieser schwierigen Zeit", sagte Ginter. Auch die anderen Profis appellieren an Solidarität und Zusammenhalt angesichts dieser "verrückten" Situation, wie sie Klostermann nennt.

Obi Mikel verlässt Trabzonspor nach Kritik an Süper Lig

13.21 Uhr: Fußballer John Obi Mikel hat nach seiner Kritik an der türkischen Süper Lig bezüglich des Umgangs mit der Coronakrise seinen Vertrag beim Erstligisten Trabzonspor vorzeitig beendet. Der 32-Jährige hatte am Wochenende in einem Post in den sozialen Medien seine Bedenken darüber geäußert, dass die Liga ihren Spielbetrieb trotz der gesundheitlichen Gefahren aufrecht erhalte.

In einem Gespräch mit den Vereinsverantwortlichen einigte sich Obi Mikel auf eine vorzeitige Trennung. Der Kapitän der nigerianischen Nationalmannschaft verzichtete offensichtlich auf seine ausstehenden Gehälter.

Auf Instagram hatte Obi Mikel geschrieben: "Es gibt mehr im Leben als Fußball. Ich fühle mich unwohl und möchte in dieser Situation kein Fußball spielen. Jeder sollte in der kritischen Situation mit seiner Familie zu Hause bleiben. Die Saison sollte beendet werden angesichts dieser turbulenten Zeiten." Die Süper Lig ist eine der wenigen Ligen in Europa, in der der Spielbetrieb weiterhin weiterläuft.

IOC setzt auf "Solidarität der Athleten"

12.50 Uhr: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat auf die Kritik von Athleten reagiert, die das starre Festhalten am Sommertermin für die Olympischen Spiele in Tokio hinterfragt hatten. Es handele sich nicht um eine ideale Lösung, räumte das IOC ein. "Dies ist eine Ausnahmesituation, die außergewöhnliche Lösungen erfordert", sagte ein IOC-Sprecher: "In dieser Situation ist keine Lösung ideal. Deshalb setzen wir auf die Verantwortung und Solidarität der Athleten", hieß es weiter.

Das IOC hatte am Dienstag nach einer Sitzung mit Vertretern aller Fachverbände der 33 Sommersportarten verkündet, dass man trotz der sich rasch ausbreitenden Coronavirus-Epidemie am Zeitplan für die Olympischen Spiele vom 24. Juli bis 9. August festhalten werde. Eine Verlegung oder gar Absage seien keine Optionen, erklärte das IOC.

Das hatte zuletzt auch Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth kritisiert. "Das ist eine unverständliche und überhaupt nicht nachvollziehbare Hinhaltetaktik vom IOC und den Japanern", sagte die 50-Jährige dem SID: "Sie sollten sich am Fußball und an der Formel 1 ein Beispiel nehmen und jetzt sagen: Olympia im Juli wird nichts."

Röhler für Verschiebung der Olympischen Spiele

12.00 Uhr: Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler hat sich angesichts der Coronakrise gegen ein Festhalten am geplanten Termin für die Sommerspiele in Tokio ausgesprochen. "Eine Vorbereitung unter normalen Umständen ist nicht möglich. In manchen Ländern gibt es derweil keine Einschränkungen. Da gibt es einfach unterschiedliche Voraussetzungen. Deshalb würde ich mich über eine Verschiebung der Olympischen Spiele freuen, um die Ausgangslage für alle auf null zu setzen", sagte Röhler dem Portal "Sportbuzzer".

Das Beharren des IOC auf der Austragung der Spiele vom 24. Juli bis 9. August sieht Röhler "kritisch": "In vielen Verbänden wurden die Qualifikationskriterien bereits vereinfacht, weil in der Leichtathletik die wenigsten schon qualifiziert sind. Ich sehe allerdings derzeit keine Grundlage für einen fairen sportlichen Vergleich - und das sollen die Olympischen Spiele sein? Ich kenne viele Sportler, die nicht richtig trainieren können."

Röhler äußerte auch Verständnis für Tokio. "Ich weiß allerdings auch, was finanziell an den Spielen hängt. Auch emotional wäre es für die Japaner ein herber Schlag", sagte er.

Auch US Open könnten verschoben werden

9.55 Uhr: Nach der Verschiebung der French Open in den Herbst aufgrund der Coronakrise ziehen auch die Veranstalter der US Open eine Verlegung ihres Grand-Slam-Turniers in Betracht. "Es sind beispiellose Zeiten, und wir prüfen all unsere Optionen, einschließlich der Möglichkeit, das Turnier auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen", teilten die Organisatoren mit.

Die US Open fügten aber an, sie wollen eine Entscheidung nur "in voller Absprache" mit den anderen Grand-Slam-Turnieren, den Spielerorganisationen ATP und WTA, dem Weltverband ITF und dem von Roger Federer organisierten Laver Cup treffen. Diese anderen betroffenen Parteien waren offenbar von der Verlegung der French Open überrascht worden, das berühmteste Sandplatzturnier im Tennis soll nun vom 20. September bis zum 4. Oktober ausgetragen werden.

Finden die US Open wie geplant vom 31. August bis 13. September statt, liegt gerade einmal eine Woche zwischen den beiden Turnieren. Dazu würden die French Open mit zahlreichen ATP- und WTA-Turnieren sowie dem Laver Cup (25. bis 27. September) kollidieren. Die Organisatoren des Laver Cup teilten derweil mit, dass das Turnier wie geplant im September stattfinden soll, auch wenn zeitgleich die French Open gespielt werden.

IOC handelt "unverantwortlich und gefühllos"

9.00: Die viermalige Olympiasiegerin Hayley Wickenheiser hat als erstes IOC-Mitglied deutliche Kritik am strikten Festhalten des Internationalen Olympischen Komitees an den Sommerspielen in Tokio geäußert. "Die Krise ist größer - selbst als die Olympischen Spiele", schrieb die Kanadierin bei Twitter. "Ich denke, dass das IOC mit einer solchen Überzeugung darauf besteht, dass es weitergeht, ist unverantwortlich und gefühllos."

Das IOC hatte am Dienstag erneut bekräftigt, dass die Spiele trotz der Coronavirus-Pandemie am 24. Juli in der japanischen Hauptstadt eröffnet werden sollen. Wickenheiser, einst eine der besten Eishockeyspielerinnen der Welt, ist seit 2014 IOC-Mitglied. "Sollen die Spiele abgesagt werden? Niemand weiß es zum jetzigen Zeitpunkt", schrieb sie. Aber "mit Sicherheit" zu sagen, dass sie stattfinden, sei "eine Ungerechtigkeit für die Athleten und die gesamte Weltbevölkerung", ergänzte Wickenheiser. "Wir müssen das Unbekannte anerkennen."

Kevin Durant mit Coronavirus infiziert

6.55 Uhr: NBA-Star Kevin Durant und drei weitere Profis der Brooklyn Nets sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Klub teilte die Namen der betroffenen Profis nicht mit, Durant bestätigte seine Infektion dem Portal "The Athletic". "Wir werden da durchkommen", sagte Durant, ihm gehe es gut. Einer der vier betroffenen Athleten weist laut Klub-Angaben Symptome auf. Alle Spieler und Mitarbeiter der Nets befinden sich nun in Isolation und stehen im Austausch mit der medizinischen Abteilung.

Zuletzt hatten die Nets gegen die Los Angeles Lakers gespielt. Die Lakers teilten mit, "die nächsten Schritte" im Maßnahmenprotokoll gegen Covid-19 unternehmen zu wollen. Medienberichten zufolge sollen mehrere Spieler der Lakers in Quarantäne sein und werden auf das Coronavirus getestet. Das berichtet unter anderem "USA Today".

Bis dato hatten sich mindestens drei NBA-Spieler mit dem Virus infiziert. Neben Rudy Gobert und Donovan Mitchell (beide Utah Jazz) ist auch Christian Wood (Detroit Pistons) betroffen. Seit Bekanntwerden von Goberts positivem Testergebnis in der vergangenen Woche ruht in der NBA der Ball.

Erster Coronavirus-Fall in der NHL

6.50 Uhr: In der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL gibt es den ersten bestätigten Coronavirus-Fall. Ein namentlich nicht genannter Spieler der Ottawa Senators sei positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, teilte der Klub mit. Er habe leichte Symptome und sei in Quarantäne. Seine Mitspieler sollen deswegen ebenfalls in der Selbstisolation bleiben.

Weniger Dopingtests

6.45 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie hat Auswirkungen auf das Kontrollsystem der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada). Nach den Absagen vieler Sportevents fallen die Wettkampftests weg. "Wir haben noch das Trainings-Kontrollsystem", sagte Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der Nada, der Deutschen Presse-Agentur. "Da haben wir aber reduziert und konzentrieren uns weiter auf eine wichtige Gruppe: Das sind die Perspektivathleten, die sich auf die Olympischen Spiele in Tokio vorbereiten. Da müssen wir ein gewisses Kontrollprogramm aufrechterhalten." Das IOC hält trotz der Pandemie an der Austragung der Spiele im Sommer fest.

Die Athleten kämen weiterhin ihren Verpflichtungen im Meldesystem nach. "Das läuft weiter so! Wir sehen jedoch, dass die Mobilität der Athleten eingeschränkt ist, was Trainingsmöglichkeiten angeht", befand Gotzmann. "Von daher sehen wir im Augenblick keine Schwierigkeiten bei den Kontrollen, sie zu lokalisieren." Insgesamt gebe es aber bei der Anzahl der Dopingtests einen "gewisse Reduktion", die zu einer Fokussierung auf diejenigen führe, die sich auf Tokio vorbereiteten, erklärte Gotzmann.

Frühjahrssaison im Radsport abgesagt

6.32 Uhr: Im Radsport sind nun alle Frühjahrsklassiker wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Wie der Veranstalter ASO am Dienstag mitteilte, werden Paris-Roubaix (12. April) und Lüttich-Bastogne-Lüttich (26. April) ebenso wie der Halbklassiker Flèche Wallonne (22. April) nicht stattfinden. Nachdem am Abend auch die Flandern-Rundfahrt (5. April) gestrichen wurde, sind die wichtigsten Rennen im Radsport zu dieser Jahreszeit abgesagt worden. Mailand-Sanremo (21. März) war bereits zuvor ausgesetzt worden.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von DER SPIEGEL

DER SPIEGEL
DER SPIEGEL
| Anzeige
| Anzeige
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon