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Anklage gegen Kevin Spacey fällt in sich zusammen

WELT-Logo WELT 09.07.2019
Kevin Spacey zum Prozessauftakt in Nantucket: Der US-Schauspieler war am Montag nicht selbst im Gerichtssaal Quelle: AP/Steven Senne © AP/Steven Senne Kevin Spacey zum Prozessauftakt in Nantucket: Der US-Schauspieler war am Montag nicht selbst im Gerichtssaal Quelle: AP/Steven Senne

Das Strafverfahren gegen US-Schauspieler Kevin Spacey wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs wankt. Das mutmaßliche Opfer William Little machte am Montag bei einer Gerichtsanhörung auf der Insel Nantucket im US-Bundesstaat Massachusetts von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Hintergrund ist das Verschwinden des Handys, mit dem der junge Mann den Vorfall gefilmt hatte.

Kevin Spacey zum Prozessauftakt in Nantucket: Der US-Schauspieler war am Montag nicht selbst im Gerichtssaal © AP/Steven Senne Kevin Spacey zum Prozessauftakt in Nantucket: Der US-Schauspieler war am Montag nicht selbst im Gerichtssaal

Der zweifache Oscar-Preisträger Spacey soll den damals 18-Jährigen im Sommer 2016 auf Nantucket betrunken gemacht und ihm in den Schritt gefasst haben. Little arbeitete als Aushilfskellner in einem Restaurant auf der beliebten Urlaubsinsel. Der 59-jährige Hollywood-Star („American Beauty“, „House of Cards“) bestreitet die Vorwürfe.

Bei dem Gerichtstermin räumten Little und seine Eltern am Montag ein, dass das Handy des jungen Mannes verschwunden ist. Ein Polizist hat angegeben, der Familie das Handy nach Auswertung der Daten zurückgegeben, aber keine Empfangsbestätigung verlangt zu haben.

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Little bestritt vor Gericht, Daten von dem Telefon gelöscht zu haben. Sein Anwalt teilte mit, Little habe das Telefon verloren, eine Kopie des Inhalts durch ein Back-up aber vorlegen können. Auf die Warnung, dass jegliche Manipulation des Handys strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte, machte der junge Mann von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. 

Seine Mutter räumte allerdings ein, Fotos von dem Handy gelöscht zu haben, bevor es der Polizei übergeben wurde. Sie begründete dies damit, dass die Fotos ihren Sohn in Verlegenheit hätten bringen können. Sie habe aber keinerlei Daten im Zusammenhang mit Spaceys mutmaßlichem Übergriff gelöscht.

Verfahren könnte eingestellt werden

Der Anwalt des Schauspielers deutete dagegen an, es seien Kurzbotschaften gelöscht worden, die zeigten, dass Little mit der Situation einverstanden gewesen sei. Anwalt Alan Jackson forderte, das Verfahren gegen Spacey umgehend einzustellen. Die Staatsanwaltschaft schloss dies am Montag nicht aus, bat das Gericht aber um eine Woche Zeit.

Erst vor Kurzem hatte Little seine parallel zu dem Strafverfahren angestrengte Zivilklage zurückgezogen.

Die Vorwürfe gegen Spacey waren im Zuge der #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt laut geworden. Mehrere Männer werfen dem Schauspielstar sexuelle Übergriffe vor. Die Vorwürfe hatten für Spacey schwerwiegende Folgen: Er fiel in der Branche in Ungnade und erlebte einen dramatischen Karriereabsturz. Unter anderem verlor er seine Hauptrolle in der Netflix-Kultserie „House of Cards“.

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