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Weinstein-Skandal: Gericht weist Klage von US-Schauspielerin Ashley Judd ab

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 10.01.2019

Ein Richter in Los Angeles hat zwar Judds Klage aus rechtlichen Gründen zurückgewiesen, betonte jedoch, dass die Schauspielerin eine Verleumdungsklage gegen den früheren Filmproduzenten Weinstein einreichen könne, den sie des sexuellen Fehlverhaltens beschuldigt.

Schauspielerin Ashley Judd bei einer Konferenz im kalifornischen Beverly Hills am 30. April 2018. (Bild: Lucy Nicholson / Reuters, Archiv) © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung AG Schauspielerin Ashley Judd bei einer Konferenz im kalifornischen Beverly Hills am 30. April 2018. (Bild: Lucy Nicholson / Reuters, Archiv)

(bso./Reuters) Ein Bundesrichter in Los Angeles hat am Mittwoch eine Klage der amerikanischen Schauspielerin Ashley Judd gegen den früheren Filmproduzenten Harvey Weinstein abgewiesen. Der Richter betonte jedoch, Judd könne eine Verleumdungsklage gegen Weinstein einreichen. Judd hatte Weinstein beschuldigt, sie im Jahr 1998 diffamiert zu haben, nachdem sie seinen sexuellen Annäherungsversuchen ein Jahr zuvor nicht nachgegeben hatte.

In ihrer Klage, die sie im April 2018 eingereicht hatte, warf die Schauspielerin Weinstein vor, ihren Ruf beschädigt zu haben, indem er dem Regisseur Peter Jackson davon abgeraten haben soll, sie für seine erfolgreiche Filmserie «Der Herr der Ringe» zu besetzen.

Judd war eine der ersten Frauen, die im Oktober 2017 Weinstein der sexuellen Belästigung beschuldigt hatte.

In einer Fussnote zu seinem Urteil erklärte Richter Philip Gutierrez, dass er mit seinem Urteil nicht bestimme, ob Judd von Weinstein sexuell missbraucht worden sei, «in der umgangssprachlichen Bedeutung des Begriffs». Gutierrez sagte, dass die Beziehung zwischen Judds und dem Filmproduzenten allerdings weder durch das Gesetz gedeckt sei, das sie in ihrer Klage herangezogen hatte, noch durch eine aktuelle Ergänzung dazu von 2019.

Der frühere Filmproduzent Harvey Weinstein verlässt das Gericht in Manhattan am 5. Juni 2018. (Bild: Brendan McDermid ;/ Reuters, Archiv) © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung AG Der frühere Filmproduzent Harvey Weinstein verlässt das Gericht in Manhattan am 5. Juni 2018. (Bild: Brendan McDermid ;/ Reuters, Archiv)

Judd wirft Weinstein vor, sie 1997 in einem Hotelzimmer, wo er sie angeblich treffen wollte, um Geschäftliches zu besprechen, in die Ecke gedrängt zu haben. Als sie seinen Avancen nicht nachgab, habe er laut Judds Klage sich an der Schauspielerin gerächt, indem er «haltlose Verleumdungen» gegen sie vorgebracht habe, wodurch sie eine Rolle im Film «Der Herr der Ringe» verloren habe. Weinstein weist diese Vorwürfe zurück, er habe sich nicht in ihre Karriere eingemischt.

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Weinsteins Anwältin Phyllis Kupferstein sagte in einer Erklärung: «Wir haben von Anfang an gesagt, dass diese Klage ungerechtfertigt ist und wir sind erfreut, dass das Gericht das so gesehen hat wie wir. Wir glauben, dass wir uns schliesslich auch bei ihren verbleibenden Vorwürfen durchsetzen werden.» Judds Anwalt, Theodore J. Boutrous, Jr., sagte jedoch, dass das Urteil keineswegs Judds Vorwürfe entwerte. «Nichts am heutigen Urteil ändert, dass Frau Judds Fall, der aus mehreren Anklagen besteht, weiterläuft», sagte Boutrous in einer Erklärung am Mittwochabend.

Weinstein wird ab Mai in New York wegen fünf Anklagen vor Gericht stehen, darunter wegen Vorwürfen der Vergewaltigung. Über 70 Frauen beschuldigen den Produzenten des sexuellen Fehlverhaltens. Er weist die Vorwürfe zurück, die sexuellen Begegnungen seien im gegenseitigen Einverständnis erfolgt.

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