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Warum Phil Collins Euren blanken Hass nicht verdient hat

Musikexpress-Logo Musikexpress 04.03.2020 Dominik Sliskovic

Im Sommer 2019 spielte Phil Collins sieben Deutschland-Konzerte im Rahmen seiner „Still Not Dead Yet“-Tour. Anfang März 2020 hat er eine Livereunion von Genesis angekündigt – die Ende des Jahres stattfinden soll, so Corona es zulässt. Allerhöchste Zeit für ein Plädoyer auf den Typen, den nicht Wenige für den Antichristen der Popmusik halten.

Phil Collins, hier live beim British Summer Festival 2017 © Bereitgestellt von www.musikexpress.de Phil Collins, hier live beim British Summer Festival 2017

Im Sommer 2019 spielte Phil Collins sieben Deutschland-Konzerte im Rahmen seiner „Still Not Dead Yet“-Tour. Anfang März 2020 hat er eine Livereunion von Genesis angekündigt – die Ende des Jahres stattfinden soll, so Corona es zulässt. Allerhöchste Zeit für ein Plädoyer auf den Typen, den nicht Wenige für den Antichristen der Popmusik halten.

Spricht man seinen Namen aus, schlägt einem nicht selten blanker, in seiner rohen, emotionalen Form oftmals lächerlicher Hass entgegen: Phil Collins ist für viele Popkultur-Checker (oder die, die sich selbst in dieser Rolle gefallen) längst zur Verkörperung der dunklen Seite der massenkompatiblen Musik – und im Besonderen der pastelligen, schulterpolsterigen, drumcomputerigen 80er-Jahre und ihrer stetig selbst referierenden Retro-Schleife – geworden. Nicht wenige zitieren kurz darauf das Plädoyer des soziopathischen „American Psycho“-Yuppies Patrick Bateman auf den kommerziellen Phil Collins und wenden sich anschließend angeekelt von einem ab. Wer es nicht kennt oder sich nicht erinnert, hier Patrick Batemans Plädoyer aus „American Psycho“:

„Do you like Phil Collins? I’ve been a big Genesis fan ever since the release of their 1980 album, DUKE. Before that, I really didn’t understand any of their work. Too artsy, too intellectual. It was on DUKE where, uh, Phil Collins‘ presence became more apparent. I think INVISIBLE TOUCH is the group’s undisputed masterpiece. It’s an epic meditation on intangibility. At the same time, it deepens and enriches the meaning of the preceding three albums. […] Take the lyrics to „Land of Confusion“. In this song, Phil Collins addresses the problems of abusive political authority. „In Too Deep“ is the most moving pop song of the 1980s, about monogamy and commitment. The song is extremely uplifting. Their lyrics are as positive, affirmative, uh, as anything I’ve heard in rock. […] Phil Collins‘ solo career seems to be more commercial and therefore more satisfying, in a narrower way. Especially songs like „In the Air Tonight“ and, uh, „Against All Odds“.

Nun kann man solchen wandelnden Ausrufezeichen-Hatern natürlich schlicht antworten, dass einem Mann, der mit über 250 Millionen verkauften Tonträgern ein Privatvermögen von geschätzt 260 Millionen US-Dollar angehäuft hat, ihre Abneigung mit großer Wahrscheinlichkeit einen feuchten Kehricht ausmacht. Doch die Menschen kaufen andererseits ja auch allerhand Müll in Massen (Andrea Berg, Imagine Dragons, Energy-Drinks) – also sollte man sich doch etwas differenzierter argumentativ artikulieren. Und vor alledem herausstellen: Ich bin ein Fan von Phil Collins.

Artikel im Original lesen auf www.musikexpress.de

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