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Erotik-Thriller: Verherrlicht "365 Days" Gewalt? Organisation fordert Reaktion von Netflix

stern-Logo stern 19.06.2020 ls
"365 Days" auf Netflix © Netflix "365 Days" auf Netflix

Die Organisation "Pro Empower" hat einen dreiseitigen Brief an Netflix veröffentlicht, in dem sie den Film "365 Days" kritisiert. Grund: die Darstellung von Missbrauch und Gewalt. Jetzt soll der Streamingdienst reagieren. 

Der polnische Film "365 Days" sorgt gerade vor allem wegen der expliziten Sexszenen für Aufsehen. Dabei sind die besagten Einstellungen nicht der einzige Kritikpunkt an dem Streifen (eine Kritik des Films lesen Sie hier.)

Wegen "365 Tage": Organisation kritisiert Netflix

Vor allem die Darstellung sexueller Belästigung sollte Zuschauern Sorgen bereiten. Denn die Hauptfigur, der italienische Mafioso Massimo, ist vielmehr ein manipulativer Bösewicht als ein harmloser Bad Boy. Das ist jetzt auch der von Studierenden geführten Organisation "Pro Empower" aufgefallen. Auf Twitter hat die Vereinigung einen dreiseitigen Brief an Netflix veröffentlicht und darin ihre Sorgen über den Film zum Ausdruck gebracht und aufgelistet, welche Szenen im Hinblick auf Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch problematisch sind. 

"In den ersten 15 Minuten zwingt er [Hauptfigur Massimo] eine Flugbegleiterin zum Oralsex. Das allein ist Vergewaltigung und sollte als das bezeichnet werden", schreibt "Pro Empower". Außerdem wird angemerkt, dass Massimo die weibliche Heldin Laura regelmäßig würgt und sie brutal angeht. "Das bringt nicht nur Dominanz zur Geltung, sondern widerspricht auch seinem Bestreben, Laura dazu zu bringen, sich in ihn zu verlieben. Erschreckend ist, dass Laura sich trotz dieser Gewalt in ihn verliebt", bemerkt "Pro Empower".

Die Organisation hat außerdem einzelne Sätze aus dem Film herausgearbeitet, die sie als besorgniserregend und gefährlich markiert. So sagt Massimo zu Laura, "Manchmal ist Gegenwehr nutzlos. Man muss die Situation akzeptieren", oder auch "Du wirst mir gehören, das garantiere ich dir. Dann werde ich alles mit dir machen, was ich möchte, wann ich möchte." Nur zwei Beispiele.

Netflix soll Warnung vorstellen

Sorgen machen der Organisation die vielen Memes und Reaktionen auf den Film im Netz. So gilt Massimo bei vielen Fans als Traummann - trotz der Gewalt und des Missbrauchs. Sie zitiert einen Tweet eines weiblichen Fans, der schrieb: "Wenn irgendwer wissen will, wie ich behandelt werden will, guckt euch '365 Days' an und werde zu meinem Massimo." 

"Pro Empower" fordert nun von dem Streamingdienst, dem Film eine Trigger-Warnung vorzustellen, in der auf die Gewaltdarstellung und die Vergewaltigungsszenen hingewiesen wird. Ähnlich hat es Netflix bereits in der Vergangenheit gehandhabt, als die Teenie-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" für ihre Suizid-Darstellung kritisiert wurde. 

Quelle: "Pro Empower"

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