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Island sorgt für Eklat beim israelischen ESC-Publikum

WELT-Logo WELT 19.05.2019
Den Eurovision Song Contest konnten die Niederlande für sich entscheiden. Mit dem Sänger Duncan Laurence und der Klavierballade „Arcade“ gelingt ihnen damit der erste Sieg seit 44 Jahren. Deutschland bekommt von den Zuschauer die rote Laterne. Quelle: WELT/ Kevin Knauer © WELT/ Kevin Knauer Den Eurovision Song Contest konnten die Niederlande für sich entscheiden. Mit dem Sänger Duncan Laurence und der Klavierballade „Arcade“ gelingt ihnen damit der erste Sieg seit 44 Jahren. Deutschland bekommt von den Zuschauer die rote Laterne. Quelle: WELT/ Kevin Knauer

Erst sorgten sie mit Fetisch-Look für einen der denkwürdigsten Auftritte der ESC-Geschichte – und später für den Skandal des Abends: Die isländische Band Hatari wurde zum Aufreger des 64. Eurovision Song Contest in Tel Aviv. Während der Verkündung der Zuschauer-Punkte hielt die Band „Palestine“-Banner in die Kamera, um damit Israels Palästina-Politik zu kritisieren. Dafür ernteten sie laute Buhrufe in der Halle.

Beim Sieg des Niederländers Duncan Laurence landete die skandinavische Performance-Band am Ende mit 234 Punkten auf dem zehnten Rang. Bereits ihr Auftritt in Sadomaso-Optik irritierte nicht wenige Zuschauer. Der deutsche Moderator Peter Urban riet Eltern, ihre Kinder vor diesem Auftritt lieber aus dem Raum zu schicken.

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Die Band, die sich als antikapitalistische Performance-Gruppe versteht, lief in Latex-Outfits über die Bühne und sang „Hass wird siegen“ („Hatrið mun sigra“). Von der Jury bekamen sie dafür nur 48 Punkte, vom Publikum gab es für die außergewöhnliche Nummer hingegen 186 Zähler.

Später folge der Banner-Eklat, bei dem Sänger Matthías Tryggvi Haraldsson gewohnt missmutig in die Kamera blickte. Interessant ist, dass einige Bandmitglieder Kinder isländischer Diplomaten und Außenpolitiker sind – was ihre Eltern von dem Auftritt hielten, ist nicht bekannt.

Bereits im Vorfeld des Wettbewerbs hatten die Isländer angekündigt, bei einem möglichen Triumph ihren Auftritt als Protest gegen Israel zu nutzen. „Wir haben diesen Wettbewerb von Tag eins an politisiert und wissen weiter nicht genau, wie das passiert ist“, sagte Sänger Matthías Tryggvi Haraldsson in einem Interview. Selbst Israels Regierung wollte sich im Fall eines Sieges zu der Band äußern. Am Ende nutzte Hatari die Bühne, auch ohne gewonnen zu haben.

Die Band Hatari sorgte für einen denkwürdigen Auftritt in Tel Aviv © AP/Sebastian Scheiner Die Band Hatari sorgte für einen denkwürdigen Auftritt in Tel Aviv

Die Aktion könnte ein Nachspiel haben. Die ESC-Verantwortlichen veröffentlichten ein Statement, in dem sie der Band mit Konsequenzen für den Banner-Eklat drohen. Möglich wären Sanktionen für Island. Denn der ESC versteht sich als unpolitische Gesangsveranstaltung.

Madonna ist „dankbar“

Den Vorgaben widersetzte sich auch Madonna. Am Ende ihres vielfach kritisierten Auftritts trugen zwei ihrer Tänzer jeweils eine israelische und palästinensische Flagge. Von einem unpolitischen ESC konnte in diesem Jahr also keine Rede sein.

Die Europäische Rundfunkunion, die den ESC international organisiert, stellte klar: „Dieses Element der Show war nicht Teil der Proben, die von der EBU und dem israelischen Ausrichter genehmigt worden waren. Der ESC ist unpolitisch und das hatte man Madonna auch im Vorfeld klargemacht.“

Madonna selbst äußerte sich auf Twitter, wo sie sich selbst als „Freiheitskämpferin“ bezeichnete. „Ich bin dankbar. Für die Möglichkeit, die Botschaft von Frieden und Einigkeit mit der Welt zu teilen.“

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