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Zwischen Guilty Pleasure und „Yay, das ist noch echte Musik“

ZEITjUNG-Logo ZEITjUNG 17.06.2020 Niklas Nowak

Wer diese Bands aufdreht, befindet sich irgendwo zwischen Guilty Pleasure und „Yay, das ist noch echte Musik“.

© ZEITjUNG

Irgendwie sind sie ja alle wie Alf. Sie kamen aus dem Nichts, waren auf einmal angesagt und standen in voller, musikalischer Pracht. Doch dann war die Hochzeit ebenso abrupt wieder vorbei. Egal was sie auch machten, sie waren einfach nicht mehr „cool“. Um dann, Jahre später, auf einmal, magischer Retro-Atmosphäre sei Dank, eben das wieder zu sein, was sie einst waren: hip.

Wir präsentieren euch drei ausgewählte Bands, die zwischen Kitsch und irgendwie dann doch hörenswerter und feinsäuberlich produzierter Popmusik oszillieren. Wer diese Bands aufdreht, befindet sich irgendwo zwischen Guilty Pleasure und „Yay, das ist noch echte Musik“. Irgendwo zwischen greller Neon-Leggings und „Hey, das kann man heute wieder tragen“. Denn schon Susan Sontag wusste, dass „Camp“ eben auch seine Reize hat und man ihn zurecht genießen darf, sogar stolz darauf sein kann, sofern man dazu steht.

 

Daryl Hall & John Oates

Mitte der 1970er als Blue-Eyed-Soul-Trio gestartet, entwickelte sich das Gespann um die beiden US-amerikanischen Musiker zu einem der erfolgreichsten Pop-Duos überhaupt. Sechs Nummer-eins-Hits in den USA, dazu noch fünfzehn Top-20-Singles – Misserfolg ist etwas anderes. Peinlich mögen einige ihrer Musikvideos aus dieser Zeit heute eindeutig wirken, keine Frage. Was man Hall & Oates jedoch nicht nehmen kann, ist ihr Gespür dafür, eingängige Melodien zu kreieren, die einfach gute Laune ausstrahlen. Nicht wenige ihrer Songs sind übrigens auch ideale „Slow-Dance-Nummern.“

Muss-sein-Anspieltipp: I Can’t Go for That (No Can Do)

Genießer-Anspieltipp: Sara Smile

 

Huey Lewis & the News

Wieso ihre LP „Sports“ Mitte 1984 auf einmal Rang 1 der US-amerikanischen Charts erreichte und 7 Mal Platin erlangte? Das wissen sie bis heute vermutlich selbst nicht. Unsterblich haben sie sich mit ihrem Song „The Power of Love“ gemacht, der dank des Films „Zurück in die Zukunft“ unheimliche Popularität erlangte. Aber es ist eben nicht nur dieser Song, der unterstreicht, was die 5 Musiker auf dem Kasten haben. Denn wer sich durch das Oeuvre von Huey Lewis & the News wühlt, erkennt eine handwerklich gut gemachte Mischung aus Pop, good ol‘ Rock’n’Roll, Doo-Wop, Soul und Country.

Muss-sein-Anspieltipp: The Power of Love

Genießer-Anspieltipp: Bad Is Bad

 

The Beach Boys

Mädels im Bikini, Strandatmosphäre, Surfbretter im Sand – jap, diese Bilder beschleichen einen sofort, wenn man den Bandnamen hört (den sie sich, nebenbei gesagt, gar nicht ausgesucht haben, sondern ihnen ihre Plattenfirma ohne nachzufragen einfach gab). Okay, all das sind die Beach Boys auch. Aber eben auch noch mehr. „Pet Sounds“ gilt als ein Meisterwerk, ist laut dem Rolling Stone Magazine eine der besten LPs überhaupt. Und auch andere Songs und Alben, die mal mehr, mal weniger unter Einfluss von Mastermind Brian Wilson (und bewusstseinserweiternden Substanzen) entstanden, sind durchaus als Sophisticated Pop zu bezeichnen. Kurzum: Die Musik der Beach Boys zu hören, ist, als würde man sich einen zuckrigen, kitschigen Drink mit Kokosgeschmack und Mini-Strandschirmchen bestellen und dann über Nietzsche diskutieren.

Muss-sein-Anspieltipp: I Get Around

Genießer-Anspieltipp: God Only Knows

 

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Bildquelle: Unsplash


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