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Siegfried von "Siegfried und Roy" ist tot

dw.com-Logo dw.com 14.01.2021 Stefan Dege

Mit ihrer Zirkusshow begeisterten Siegfried und Roy ein Weltpublikum. Nun ist, kurz nach Lebensgefährte Roy Horn, auch Siegfried Fischbacher gestorben.

Siegfried Fischbacher © Dieter Klar/dpa/picture-alliance Siegfried Fischbacher

Siegfried Fischbacher sei am Mittwochabend in Las Vegas gestorben, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Fischbachers Schwester, die in München lebende Nonne Schwester Dolore. Der Magier wurde 81 Jahre alt.

Siegfried und Roy, das war stets eine große Nummer unter dem Zirkusdach. Ihr Erfolgsrezept war eine Mischung aus Raubkatze, Mensch und Zauberei. Erst in Hollywood, später in Las Vegas kam kein Besucher an ihrer Show vorbei. Das Spektakel "Siegfried and Roy at the Mirage Hotel and Resort" um weiße Tiger, Löwen, Akrobatik und Glamour brachte den Magiern und Dompteuren aus

Siegfried & Roy in den 1990ern © United Archives/picture alliance Siegfried & Roy in den 1990ern

Deutschland Millionen ein - bis zu Roy Horns tragischem Unfall am 3. Oktober 2003. Damals griff ihn sein Tiger "Montecore" während einer Bühnenshow an und verletzte ihn schwer.

Noch am Vorabend hatte das Duo Horns 59. Geburtstag und 43 Jahre Partnerschaft gefeiert. Kennengelernt hatten sich die Beiden 1960 auf einem Kreuzfahrtschiff: Horn, der aus Nordenham nahe Bremerhaven stammte, arbeitete dort als Page, während der gebürtige Rosenheimer Fischbacher als Entertainer auftrat. Gemeinsam reisten sie fortan durch die Welt. Nach Engagements in Bremen, Paris, Monte Carlo und auf Puerto Rico ließen sie sich Anfang der 1970er-Jahre in Las Vegas nieder.

"Siegfried und Roy" als Publikumsmagnet

Der Unfall von Las Vegas brachte schlagartig das Aus für die Magier-Show von Siegfried und Roy. Bis dahin hatte das Duo, das auch als Paar auf einem "Little Bavaria" genannten Anwesen bei Las Vegas zusammenlebte, Jahresgagen von mehr als 50 Millionen Dollar eingestrichen. Siegfried und Roy waren ein Publikumshit. Was die Zuschauer faszinierte, war das Zusammenspiel von Raubkatze und Mensch, gespickt mit Zaubertricks und optischen Täuschungen.

Siegfried und Roy bei einem Auftritt mit zwei Tigern 1978 im Stardust-Casino in Las Vegas © dpa/picture-alliance Siegfried und Roy bei einem Auftritt mit zwei Tigern 1978 im Stardust-Casino in Las Vegas

"Ich habe die Tiere nach Qualitäten benannt, die ich anstrebe. Meine weißen Löwen heißen Stolz, Freude, Leidenschaft, Vorsehung und Weitblick. Jedes der Tiere hat in meinem Bett geschlafen. So nehme ich ihre Erfahrungen auf, wenn sie ihr Fell verlieren", fasste Horn seine Philosophie 2000 einmal in einem Interview zusammen.

Der tragische Unfall 2003

Wie es dennoch zu dem Tigerangriff auf Horn kommen konnte, ist bis heute umstritten. Fischbacher machte anfangs Nebenwirkungen von Blutdrucksenkern verantwortlich, die Horn vor dem Tier hätten zusammensacken lassen. Der Tiger habe versucht, ihn in Sicherheit zu bringen. Andere berichteten, Horn habe auf der Bühne einen Herzinfarkt erlitten. Das US-Landwirtschaftsministerium, das auch für exotische Tiere verantwortlich ist, untersuchte den Fall - ohne Ergebnis. Siegfrieds Partner überlebte den Tigerbiss halbseitig gelähmt. Roy Uwe Ludwig Horn starb am 8. Mai 2020 an den Folgen einer Corona-Infektion.

Unzertrennlich und lange zusammen: Siegfried und Roy © Feld Productions/dpa/ZUMA Press/picture alliance Unzertrennlich und lange zusammen: Siegfried und Roy

Anlässlich von Horns Tod teilte Fischbacher mit: "Schon bei unserer ersten Begegnung wusste ich, dass Roy und ich zusammen die Welt verändern würden. Es hätte keinen Siegfried ohne Roy und keinen Roy ohne Siegfried gegeben." Die Beiden waren bis 1998 ein Paar und danach weiterhin freundschaftlich verbunden.

Fischbacher selbst war zuletzt unheilbar an Krebs erkrankt. Noch kurz vor seinem 80. Geburtstag im Juni 2019 hatte er sich einer Operation unterziehen müssen - Verdacht auf Herzinfarkt: "Es war verdammt knapp. Meine Arterie war zu 95 Prozent zu", zitierte ihn damals die Zeitung "Bild". Nun erlag Siegfried in den USA einem Krebsleiden.

Autor: Stefan Dege

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