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Das war Christiane Hörbigers letzter Wunsch

t-online-Logo t-online 30.11.2022 T - Online

Sie starb am Mittwoch mit 84 Jahren

Das war Christiane Hörbigers letzter Wunsch

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Sie musste schwere Schicksalsschläge verkraften und gab dennoch nie auf: Christiane Hörbiger. Jetzt ist die Schauspielerin tot, doch ihre Worte von einst überdauern.

Wenn man ihren Worten aus dem September 2018 glauben darf, lebt Christiane Hörbiger auch nach ihrem Tod weiter – zumindest ein bisschen. "Ich bin ein gläubiger Mensch und glaube an die Existenz des lieben Gottes – und dass unsere Seele nach dem Tod weiterlebt", sagte sie in einem Gespräch mit "Goldene Kamera" damals.

Doch Christiane Hörbiger war nicht nur religiös, sie war auch sehr erfolgreich. Seit den Fünfzigerjahren spielte sie im deutschsprachigen Raum Film- und Fernsehrollen aller Art. Brillierte in "Das Erbe der Guldenburgs" oder als Göring-Erbin in "Schtonk!". Schon 2018 wurde ihr der Preis für ihr Lebenswerk überreicht, die Goldene Kamera. Jetzt ist sie tot, verstorben im Alter von 84 Jahren in ihrer Heimat Wien. Details zu den Todesumständen wurden nicht bekannt.

Überliefert ist hingegen, wie Hörbiger über den Tod dachte – und wie furchtlos sie ihm auch im höheren Alter begegnete. Dass sie in den vergangenen vier Jahren, seit ihrem 80. Geburtstag im Jahr 2018, kaum noch in der Öffentlichkeit in Erscheinung trat, hatte jedenfalls nichts mit Todesängsten zu tun. Im Gegenteil: Es war eine bewusste Entscheidung, die sie im Interview mit dem "Kurier" 2018 begründete. "Ich arbeite seit meinem 17. Lebensjahr und würde jetzt so gerne mein Leben genießen, ohne diesen ständigen Druck zu haben: Drehbuch lesen, Text lernen, Dreharbeiten, Pressetermine usw. Eigentlich möchte ich gar nichts mehr machen."

"Habe meinem Vater versprochen, dass ich das niemals tun würde"

Tatsächlich hat Christiane Hörbiger in ihrer fast 70-jährigen Laufbahn mehr als 130 Film- und Fernsehrollen gespielt. Ihr letzter Auftritt erfolgte im Jahr 2019 für eine österreichische Fernsehreihe, danach war Schluss. "Ich möchte langsam aufhören. Ich habe nur dieses eine Leben", betonte sie auch auf wiederholte Nachfrage damals im "Kurier" – und sie hielt sich daran.

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Schicksalsschläge hatte sie in ihrem Leben ohnehin längst genug überstehen müssen. Ihr langjähriger Partner Gerhard Tötschinger starb 2016 – nur sechs Tage vor der geplanten, gemeinsamen Hochzeit. Ihr zweiter Ehemann, der Schweizer Journalist Rolf Bigler, war bereits 1978 mit 48 Jahren gestorben. Die eingangs erwähnte Religiosität half ihr über diese tragischen Kapitel im Leben: "Ohne sie ginge gar nichts. Allein, dass ich mit dem Gerhard reden kann, ist mir sehr wichtig", sagte sie in dem Interview über ihren verstorbenen Partner und fügte an: "Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich da oben eines Tages alle meine Lieben wiedersehe, das wäre schön."

Man mag ihr nach dem Ableben für diesen Wunsch noch die Daumen drücken, dass sie nun nach dem Tod am 30. November bei ihren Liebsten die letzte Ruhe findet. Denn eines darf als sicher gelten: Auch wenn sie den Tod nicht fürchtete, wie sie es "Goldene Kamera" versicherte – das Leben hat sie dennoch geliebt. Ein Freitod, das sei für sie nie infrage gekommen: "Ich habe meinem Vater versprochen, dass ich das niemals tun würde. Und ich hoffe, so Gott will, dass ich nie mehr im Leben einen Grund haben werde, mich umzubringen", so Hörbiger in einem ihrer letzten Interviews.

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