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"Der Bergdoktor"-Star Manuel Guggenberger: Das macht der "Maxl"-Darsteller heute

BUNTE.de-Logo BUNTE.de 21.08.2021 Veronika Mahler

Bevor Hans Sigl (52) in die Rolle des Bergdoktors im ZDF schlüpfte, verkörperte diese Rolle Gerhart Lippert (84) in Sat.1. 60 Folgen lang war er ab 1992 als Dr. Thomas Burgner zu sehen, bis er den Lawinentod starb. Sein Nachfolger wurde Harald Krassnitzer (60), doch 1997 wurde die Serie nach insgesamt 96 Folgen eingestellt. Als Sohn von Dr. Burgner war damals auch Manuel Guggenberger (40) zu sehen. Er verkörperte die Rolle des Maxl, war damals gerade mal 12 Jahre alt. Die Rolle des Arztsohnes war für ihn die erste und einzige große TV-Rolle, denn schnell merkte der junge Mann, die Schauspielerei ist nichts für immer.

Mit BUNTE.de sprach der heutige Architekt erstmals über die Zeit als Kinderstar, Mädchenschwarm und Jungschauspieler. Manuel lebt mit seiner Frau und dem gemeinsamen Nachwuchs in Tirol, betreibt dort erfolgreich das Architektenbüro "Guggenberger Architekten" (hier bekommt ihr mehr Infos).

BUNTE.de: Wie war es für dich, vor der Kamera aufzuwachsen?

Ich habe ja erst mit 10 Jahren angefangen. Jetzt bin ich 40. Es ist 30 Jahre her. Ganz schön lange her. Ich bin da als zehnjähriger mit einem Bus und einem Chauffeur abgeholt worden, habe eine Sondergenehmigung gehabt, dass ich den Unterricht früher verlassen darf. Das war schon sehr cool. Solange die schulische Leistung darunter nicht leidet. Das war alles sehr aufregend.

Und dann das Team, mit den Erwachsenen, unterschiedliche Leute, so eine Produktion kennenlernen zu dürfen. Das war schon was Besonderes. Vernünftigerweise hätte ich nach der "Arbeit" dann die eigentlichen Aufgaben machen müssen, lernen, Hausaufgaben machen – all das, was liegen geblieben ist. Auch ohne Nebenjob ist sowas ja anstrengend. Und eigentlich will man in dem Alter ja auch lieber skaten oder Fußball spielen. Einfach andere Sachen machen. Den Spagat zu schaffen war schon speziell. Hobby, drehen, die Schule hinkriegen. All das über Jahre – da haben mir meine Eltern schon gut geholfen dabei.

Ich war auch mitten in der Pubertät und wenn ich mich jetzt so zurückerinnere, da denke ich mir dann schon, dass ich mir die Frage gestellt, "wer bin ich?". Und dann führst du so ein Doppelleben, raus aus der Skaterhose, rein in die Lederhose – einen Rollentausch vom Rodney Mullen (Profiskater) hin zum Maxl in den ländlichen Alpen. Das war schon verrückt und interessant im Nachhinein. Das hat aber meinen Charakter auf jeden Fall gestärkt.

30 Jahre ist "Der Bergdoktor" her. Fühlt es sich für dich an wie ein anderes Leben?

Ich bin immer noch der gleiche. Ich hab heute noch die gleiche Einstellung wie mit 18. Man bleibt sich ja treu. Aber diese Welt der Schauspielerei, mit Stars zusammenarbeiten … es ist schon sehr weit entfernt mittlerweile. Es war ein Lebensabschnitt, da bin ich dann aber doch bewusst woandershin abgebogen.

Lieber Architekt als Schauspieler – Manuel Guggenberger hat sich entschieden

Wann kam für dich der Moment, dass du dich gegen die Schauspielerei entschieden hast und lieber "was Anständiges" machen wolltest?

"Was Anständiges machen" – ich bin Architekt, es sei dahingestellt, ob das was Anständiges ist. Eigentlich ist irgendwann der Punkt gekommen, wo der Spagat schwierig war. Ich war schon irgendwie am Limit. Ich hab nie meine Freizeit hinten angestellt. Oftmals sind meine Pflichten dann nach hinten gestellt worden, dann kam ein Leistungstief in der Schule. Irgendwann musste ich mich entscheiden. Das war alles bewusst. Ich war ein Laiendarsteller. Ich musste dann überlegen: Will ich das ernsthaft machen? Dann muss ich in eine Schauspielschule und das vorantreiben. Ich war dann auf einer bautechnischen Schule und habe überlegt, ob ich Architekt werden will und das gescheit machen will. Für mich war dann eigentlich zweiteres der richtige Weg. Im Nachhinein muss ich sagen, ich bin froh, dass es so gut ausgegangen ist. Ich habe Abitur gemacht, habe studiert, jetzt bin ich selbstständig, bin verheiratet und habe zwei Kinder. Ich bin auf der Sonnenseite des Lebens und die Entscheidung war richtig.

Mein Vorteil war auch, ich habe als Teenie Geld verdient, da konnte ich dann studieren. Ich hatte zwar auch immer Nebenjobs, aber dieses frühe Arbeiten mit einem professionellen Team hat mir als Basis gedient für mein jetziges Leben.


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Du hast gesagt, du wurdest von der Schule abgeholt. Haben dich die Jungs beneidet und die Mädels angehimmelt?

Das kann ich dir nicht so sagen, das müsstest du die anderen Fragen. Aber jeder, der in so einem Alter was anderes macht, der ist ja immer so ein bisschen eigenartig in den Augen der anderen. Alles, was anders ist, ist mit Missgunst, Neid oder positiven Emotionen verbunden.

Kein Kontakt mehr zu alten "Bergdoktor"-Kollegen

Hat man nach so langer Zeit noch Kontakt zu seinen ehemaligen Kollegen oder denkst du manchmal an sie?

Ich war ja damals das einzige Kind, da hatte ich schon immer ein anderes Empfinden als die Erwachsenen. Als ich mich entschieden habe, dann kein Schauspieler zu werden hat man sich dann aber noch hin und wieder auf Benefiz-Fußballspielen gesehen. Der Gerhard Lippert hat zum Beispiel öfter mal solche Spiele mitorganisiert. Er war Schiri, ich hab mitspielen dürfen, das war schön. So hat man Kontakte gehalten. Jetzt ist dann doch viel Zeit vergangen.

Aber lustigerweise habe ich durch das Hobby Fußball sehr viele gute Freunde gefunden und bin jetzt auch Teil des größten Benefizfußballturniers Tirol, dem "Benekickt'z".

Gab es besondere Momente am Set, an die du dich heute noch gerne erinnerst?

Es ist mir eine Drehaktion besonders in Erinnerung geblieben. Als Kind darf man ja eigentlich nicht in der Nacht arbeiten. Aber wir haben unter Tage in einem Silberbergwerk gedreht. Wir haben nur nachts die Drehgenehmigung bekommen. Es war kalt, es war irre, stundenlang, bis in den Morgen – aber mit dem Team gemeinsam haben wir den besten Dreh gehabt. Ich kann mich noch erinnern, dass wir uns stundenlang Witze erzählt, die haben noch nie so viel Spaß gemacht wie an diesem Ort.

Manuels Bruder und Vater waren im Profisport tätig

Dein Vater und dein Bruder haben sich einen Namen als Sportler gemacht – wäre das eine Option für dich gewesen?

Auf jeden Fall. Nee Spaß. Es gehört mehr als Fleiß dazu. Sport hat schon immer einen hohen Stellenwert in meiner Familie. Bewegung ist für mich heute noch wichtig. Um ehrlich zu sein, ich war manchmal ein bisschen neidisch. Ich wäre schon auch gerne Profisportler gewesen. Aber ich will mich nicht beklagen. Das ist nämlich schon einer der härtesten Dinge, die man machen kann.

Bei meinem Vater war Skeleton ja weniger professionell. Bei meinem Bruder war es schon ein Beruf. Ich kenne kaum jemanden, der so bereit ist, so einen Einsatz zu bringen für seinen Job. Ich habe großen Respekt vor meinem Bruder. Die aktive Karriere hat er zwar beendet, aber als Trainer ist er voller Leidenschaft dabei. Ich habe wirklich großen Respekt vorm Profisport.

Wirst du heute noch erkannt oder auf der Straße angesprochen?

Ich lebe ja immer noch in der Gegend, in der ich aufgewachsen bin. Die Serie war ja gar nicht so unerfolgreich. Das war schon eigenartig in den Straßen zu gehen und die Leute sprechen einen an, aber man kennt die Leute nicht. Mittlerweile werde ich nur noch selten erkannt. Es gibt sie zwar noch, aber sehr sehr selten. Für mich ist das dann immer das Gefühl eines Déjà-vus. Oft merke ich, die Leute schauen mich an, wissen aber nicht, woher. Das ist dann immer witzig.

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