Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Nach „Enemy“ weiterschauen: Diese 5 Filme solltet Ihr auch sehen

Musikexpress-Logo Musikexpress 14.10.2020 Arabella Wintermayr

In Denis Villeneuves Mystery-Thriller verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Illusion, es geht um unterdrückte Begierden und wimmelt nur so vor Metaphern. Ob stilistisch oder inhaltlich – wenn Euch „Enemy“ gefallen hat, solltet Ihr diese fünf Filme auch kennen.

Wir sagen Euch, welche Filmen Ihr nach „Enemy“ schauen solltet. © Bereitgestellt von www.musikexpress.de Wir sagen Euch, welche Filmen Ihr nach „Enemy“ schauen solltet.

In Denis Villeneuves Mystery-Thriller verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Illusion, es geht um unterdrückte Begierden und wimmelt nur so vor Metaphern. Ob stilistisch oder inhaltlich – wenn Euch „Enemy“ gefallen hat, solltet Ihr diese fünf Filme auch kennen.

Am Mittwoch, den 14. Oktober, zeigt Arte um 20.15 Uhr „Enemy“ mit Jake Gyllenhaal in einer anspruchsvollen Doppelrolle. Danach ist der Film noch bis zum 20. Oktober 2020 in der Mediathek des Senders verfügbar. Ihr habt Denis Villeneuves Mystery-Thriller bereits gesehen und habt Lust auf ähnliche Mindfuck-Filme? Hier sind unsere Empfehlungen.

Lost Highway“ von David Lynch

 

Als „Enemy“ 2013 erschien, verglichen ihn viele Kritiker*innen mit einer „Light“-Version eines David-Lynch-Films. Der 1997 erschienene Klassiker „Lost Highway“ des Meisterregisseurs spielt nicht nur ebenfalls mit den Erzeugnissen des Unterbewusstseins, sondern zeigt auch thematische Parallelen. Auch hier ist die männliche Hauptfigur frustriert von seinem Sexleben und unglücklich in seinem festgefahrenen Dasein. Diesmal ist der Eifersüchtige allerdings der Ehemann: Fred (Bill Pullman) unterstellt seiner Frau Renée (Patricia Arquette) eine Affäre. Doch ihr trister Alltag wird jäh durch ein Video – ähnlich zur DVD, durch die Adam seinen Doppelgänger findet – aus der Bahn geworfen. Es zeigt Außenaufnahmen ihres Hauses, später sogar Innenaufnahmen. Richtig brenzlig wird es für Fred jedoch erst, als ein drittes Video auftaucht und ihm ein rätselhafter Mann (Robert Blake) auf einer Party einflüstert, er sei in diesem Augenblick in seinem Haus und ermorde seine Gattin. Was die Spinne für „Enemy“ ist, ist dieser eigenartige alte Typ für „Lost Highway“. Nur sind hier nicht die Frauen das Problem.

Der geniale Soundtrack stammt übrigens von Trent Reznor. Mit dabei sind mehrere Tracks von Rammstein, David Bowie und Marilyn Manson. Letzterer spielt zusammen mit dem damaligen Bandkollegen Twiggy Ramirez sogar eine kleine Rolle im Film.

„Lost Highway“ gibt es als Leihoption unter anderem bei Amazon, iTunes & maxdome.

 „Antichrist“ von Lars von Trier

 

Auch in Lars von Triers Skandalfilm „Antichrist“ steht eine dysfunktionale, heterosexuelle Beziehung im Mittelpunkt. Was in „Enemy“ nur am Rande vorkommt, wird hier allerdings zum alles umspannenden Bogen: biblische Anspielungen. Gleich zu Beginn kommt das Kind des namenlosen Paares (Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg) zu Tode, während sie miteinander schlafen. Passend zum „Ursünde“-Setting reisen sie zusammen in die Waldhütte „Eden“, wo der als Therapeut arbeitende Ehemann seine schwer traumatisierte Ehefrau heilen möchte. Das geht natürlich gründlich schief und die Ehefrau entpuppt sich – ähnlich einer Spinne mit ihrem Netz – als böse, okkulte Verführerin in der Tradition Evas. Gegen Lars von Triers Hang zur überbordenden Symbolik mit Anflügen von „Die Frauen sind doch alle gleich!“ sieht Villeneuves „Enemy“ zugegebenermaßen echt blass aus.

„Antichrist“ ist derzeit in den Abos von Joyn+ und Mubi enthalten. Als Leihoption gibt es den Film unter anderem bei Amazon, iTunes & Google Play.

 „Fight Club“ von David Fincher

Dieser namenlose Erzähler (Edward Norton) aus David Finchers Kultfilm hasst seine bedrückend durchschnittliche Existenz. Ähnlich wie im Falle Adams, nimmt auch sein Leben eine unerwartete Wendung, als er den wesentlich selbstbewussteren Tyler (Brad Pitt) kennenlernt. Gemeinsam gründen sie den „Fight Club“, bei dem sie geheime Kampfabende abhalten. Bald planen sie Anschläge, um die öffentliche Ordnung zu Fall zu bringen. Doch dann kommt es zu einem der größten Plot Twists der Filmgeschichte.

Richtig, Paarbeziehungsdynamiken spielen hier zwar eine untergeordnete Rolle – dafür stehen umso mehr unterdrückte Wünsche und Begierden im Fokus. Eine gnadenlose Kritik am Leben im Hamsterrad, an Bullshit-Jobs und ihren fatalen Konsequenzen für die Psyche.

„Fight Club“ gibt es als Leihoption unter anderem bei Amazon, Sky, iTunes & Google Play.

 „Shutter Island“ von Martin Scorsese

 

US-Marshal Edward Daniels  (Leonardo DiCaprio) macht sich mit seinem Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo) auf den Weg nach „Shutter Island“, um das Verschwinden einer Insassin des Ashecliff Hospital, einer Einrichtung für psychisch kranke Gewaltverbrecher*innen, aufzuklären. Auf der Insel scheint es aber nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Daniels schöpft bald den Verdacht, dass in der Einrichtung Versuche an Patient*innen durchgeführt werden. Darüber hinaus, wird auch er selbst von immer stärkeren Kopfschmerzen und hartnäckig aufblitzenden Erinnerungen an seine verstorbene Familie und seine dramatischen Erlebnisse als Soldat im Zweiten Weltkrieg heimgesucht.

Ähnlich wie „Enemy“ lässt auch das Ende von Martin Scorseses Psychothriller „Shutter Island“ mehrere Interpretationen zu. Und schließlich ist auch hier ein Alter Ego, das benötigt wird, um mit den eigenen Taten fertig zu werden, eine mögliche Erklärung.

„Shutter Island“ ist derzeit in den Abos von Netflix und Sky enthalten. Als Leihoption gibt es den Film unter anderem bei Amazon, iTunes & Google Play.

„Mr. Nobody“ von Jaco Van Dormael

 

Während Adam/Anthony nur versucht, zwei Facetten eines Selbst unter einen Hut zu bringen, muss sich Nemo Nobody (Jared Leto) gleich zwischen drei Lebensentwürfen entscheiden. Alles beginnt als er neun Jahre alt ist, mit der Trennung seiner Eltern. Am Bahnhof muss er wählen, ob er mit seinem Vater oder seiner Mutter mitgehen möchte und spielt die Konsequenzen seines Beschlusses für sein gesamtes Dasein durch. Wer er sein könnte, hängt vor allem damit zusammen, wem er in seinem Leben begegnen wird: Elise (Sarah Polley), Jeanne (Linh Dan Pham) oder Anna (Diane Kruger)?

2092 ist er mit 118 Jahren der letzte sterbliche Mensch und erzählt einem Reporter von all den Abzweigungen, an denen sein Leben eine gänzlich andere Wendung hätte nehmen können. Damit spielt Jaco Van Dormael auf philosophische Konzepte, wie den Butterfly-Effekt und die Chaos-Theorie an an.

 

„Mr. Nobody“ gibt es als Leihoption unter anderem bei Amazon & Google Play.

Artikel im Original lesen auf www.musikexpress.de

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von

| Anzeige
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon