Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

„Star Wars: The Bad Batch“ – Überraschend erwachsen

ZEITjUNG-Logo ZEITjUNG 07.05.2021 Jan Ahrens

Nach dem Serien-Hit "Star Wars: The Clone Wars" war es nur eine Frage der Zeit, bis das animierte Sequel angekündigt wird. Mit "Star Wars: The Bad Batch" verschlägt es die Zuschauer*innen in die Zeit der Order 66.

© 2021 Lucasfilm Ltd. & TM. All Rights Reserved.

Nach den großen Erfolgen von „The Mandalorian“ und „Star Wars: The Clone Wars“ war es nur eine Frage der Zeit, bis es wieder eine neue Reise in eine weit, weit entfernte Galaxis geben wird. Mit „Star Wars: The Bad Batch“ erschien bereits am 4. Mai die erste 70-minütige Pilotfolge, die sich künstlerisch stark an seinem animierten Vorbild „The Clone Wars“ orientiert. Ich habe vorab einige Folgen sehen können und bin bereit, ein Zwischenfazit zu ziehen.

Im Zentrum der Handlung steht die fünfköpfige Spezialeinheit „Clone Force 99“, eine Klon-Sondertruppe, deren Mitglieder sich alle durch einzigartige Eigenschaften auszeichnen. So verfügt Kommandant Hunter über deutlich erhöhte Sinneswahrnehmungen und kann elektromagnetische Frequenzen wahrnehmen, Tech hat ein Faible für Technologie und Wissenschaft, Crosshair beherrscht das Scharfschützengewehr wie kein Zweiter, Wrecker ist der muskulöse Mann fürs Grobe und Echo ein modifizierter Cyborg.  

Sie sind gerade bei einem Einsatz, als über alle Kanäle die Botschaft des Imperators Palpatine zu hören ist: „Führt Order 66 aus“. Die Klonkämpfer stellen sich gegen die Jedi und bringen die meisten von ihnen um. Durch ihre Mutationen ist die „Clone Force 99“ jedoch in der Lage, selbst über die eigenen Taten nachzudenken. Sie finden sich in einem Dilemma wieder. Sollen sie den Befehlen Folge leisten oder auf ihr eigenes moralisches Verständnis hören? Gemeinsam müssen sie ihren Platz in einem neuen Imperium finden. Auf ihrer Suche treffen sie auch auf das ominöse Mädchen Omega, das mehr mit ihnen gemeinsam hat, als ihnen anfangs klar ist. 

Es sind die kleinen Momente

Zugegeben, die Order 66 als Zeitpunkt für ein „Star Wars“-Werk zu wählen, ist erst einmal nichts Revolutionäres. Aber anders als bei vielen Vorgängern dreht sich die Geschichte diesmal im Zentrum eben nicht um einen jungen Padawan oder einen Jedi, der mit einer neuen Ordnung zurechtkommen muss. Die Klontruppe bringt einen frischen Wind in die Sache und sorgt für jede Menge neue Perspektiven. Das liegt nicht zuletzt an den Charakteren selbst, von denen jeder eine ganz eigene Persönlichkeit mitbringt. Gekonnt werden sie einem auf ansprechende Art und Weise näher gebracht. Es gibt nur selten Dialog, der für Info-Dumps missbraucht wird. Vielmehr sind es die unterschiedlichen Reaktionen der Charaktere, durch die die Zuschauer*innen sie besser kennenlernen. Regisseur Dave Filoni gelingt es dadurch eine angenehme Dynamik in die sympathisch gestalteten Truppen einzubringen. Allgemein setzt „Star Wars: The Bad Batch“ vielmehr auf die ruhigen, kleinen Momente. Und das ist meiner Meinung nach auch gut so. Zugegeben, die Blasterduelle und aufreibenden Raumschifffahrten dürfen in einem Werk aus dem „Star Wars“-Universum nicht fehlen, aber besonders sind mir die emotionalen Momente in Erinnerung geblieben. Als wahrer Star entpuppt sich hier das kleine Mädchen Omega, die ihr ganzes Leben auf dem Wasserplaneten Kamino, dem Ursprungsort der Klone, gelebt hat. Als sie freudig das erste Mal trockene Erde berührt oder andere Kinder in ihrem Alter trifft, sind ihre Reaktionen nachvollziehbar und verleihen ihr einen ganz eigenen Charme. Auch die Beziehung zwischen der taffen „Clone Force 99“ und der verspielten Omega wirkt glaubwürdig und sorgt immer wieder für die ein oder andere lustige, aber auch traurige Situation. Wenn man Kritik bei den Charakteren anführen möchte, so kommt man nach den ersten Folgen nicht drum herum, dass sie bisweilen in Klischees verfallen. Das variiert aber stark, ich habe es in diesem Fall nicht als störend empfunden. 

Ein überraschend erwachsener Ansatz 

„Star Wars: The Bad Batch“ greift zudem zwischen den Zeilen immer wieder gesellschaftliche und politische Themen auf, die aber nie in den Fokus gestellt werden. Während in den originalen „Star Wars“-Teilen das Imperium häufig als „nur“ böse dargestellt wurde, kann die „Clone Force 99“ die hinterlistigen Machenschaften des Imperators Palpatine zu Anfang nicht ganz durchschauen, was einen deutlich distanzierteren Blick auf die Dinge ermöglicht. So wird nicht nur verurteilt, als das Imperium allen Bewohnern der Galaxis eine ID zuweisen will, sondern die Frage aufgeworfen, wie viel Überwachung zur Gewährleistung der Sicherheit eigentlich vertretbar ist. 

Auf den ersten Blick mag das neue Werk von Filoni – wie bereits „Star Wars: The Clone Wars“ – den Eindruck erwecken, es sei eine Serie für Kinder. Dennoch sollte man sie nicht unterschätzen. Grund hierfür könnte die Produktion in den USA sein. Es stimmt, dass die Serie natürlich keine blutige Darstellung des Kampfgeschehens oder dutzende Leichen zeigt. Dennoch findet sich in „Star Wars: The Bad Batch“ allerlei fiktionale Gewalt. Je nach Alter des Kindes würde ich empfehlen, als Erwachsener einmal vorher einen kleinen Blick drüber zu werfen und selbst zu entscheiden, ob es bereits für den geliebten Nachwuchs geeignet ist. 

Fazit

„Star Wars: The Bad Batch“ verfolgt trotz seines animierten Stils eine sehr erwachsene Herangehensweise und versucht so einen Spagat zwischen junger und älterer Zielgruppe – ein Spagat, der gelingt. Die Story ist nach den ersten Folgen packend und erfrischend, die Charaktere zwar stereotypisch, aber vor allem durch den erhöhten Fokus auf die Charakterentwicklung und die ruhigen Momente interessant. Selbst Nicht-Star Wars-Fans können diese Serie getrost als Einstieg nehmen, da auch die „Clone Force 99“ erst einmal die Hintergründe der Order 66 und dem neuen Imperium herausfinden muss. Wer sich dafür entscheidet, in eine weit, weit entfernte Galaxis einzutauchen und im Besitz eines Disney+-Abonnements ist, wird nicht enttäuscht.

Mehr zum Thema:

Folge ZEITjUNG auf FacebookTwitter und Instagram!

Bildquelle: 2021 Lucasfilm Ltd. &

Video wiedergeben

Video: Star-Wars-Tag: "Star Wars"-Kinderstar: Was wurde eigentlich aus Jake Lloyd? (stern)

Star-Wars-Tag: "Star Wars"-Kinderstar: Was wurde eigentlich aus Jake Lloyd?
Als Nächstes anschauen
| Anzeige
| Anzeige

MEHR VON MSN

| Anzeige
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon