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"Die Muse des Mörders": Verbrechen, wie sie im Buche stehen

teleschau-Logo teleschau 20.06.2020 Eric Leimann

Christiane Hörbiger bewegt sich auf ungewohntem Terrain: Als abgehalfterte Krimiautorin muss sie erleben, wie ein Serienmörder ihre literarischen Ideen in die Realität überführt.

Auch im hohen Alter bekommt Christiane Hörbiger von der Schauspielerei nicht genug. Dass die 81-Jährige trotzdem noch eine gute Figur vor der Kamera macht, bewies sie im Thriller "Die Muse des Mörders" (2018), den das ZDF nun wiederholt. Hörbiger spielt Madeleine "Mado" Montana (Christiane Hörbiger), einst eine bekannte Krimiautorin. Mittlerweile kommen zu den Lesungen der alternden Diva aber nur noch eine Handvoll Fans. Das ändert sich, als ein Serienmörder Mados literarische Ideen in die Realität überführt.

Ermittler Rupert Bäumer (Fritz Karl) und seine Mitarbeiterin Flo Gstöttner (Cornelia Ivancan) stellen fest, dass der Täter haargenau blutige Szenen aus den - leider zahllosen - Romanen des ehemaligen Krimistars nachstellt. Während die Polizei im Dunkeln tappt, freuen sich Mado und Sohn Oliver (Florian Teichtmeister) fast ein wenig über das wieder aufflammende Interesse der Öffentlichkeit. Der Schock einer realen Gewalterfahrung setzt der alten Dame dann aber reichlich zu. Finden Krimi-Brain und Polizei einen gemeinsamen Weg, um den Täter zu stellen?

Eine reizvolle, wenn auch reichlich "inszenierte" Grundidee liegt diesem Zwitterwesen aus Krimi und Thriller zugrunde. Reizvoll vor allem deshalb, weil der Liebesentzug des Publikums einer abgehalfterten Autorin gegenüber diese durch die Ambivalenz des Geschehens in ein emotionales Dilemma führt.

Klassischer "Whodunit"-Thriller

Christiane Hörbiger glänzte in den letzten Jahren des Öfteren in schwierigen Altersrollen: Sie kämpfte bis auf den letzten Cent mit der Altersarmut, glitt in die Demenz ab und starb an Krebs . "Die Muse des Mörders" (Buch: Axel Götz, "Der Fall Schimanski") setzt jedoch weniger auf psychologische Feinheiten denn auf "Hard Boiled"-Elemente. Die in Österreich spielende Koproduktion von ORF und ZDF versteht sich als klassischer "Whodunit"-Thriller, der von Hörbigers Sohn Sascha Bigler in solide Bilder übersetzt wurde.

Dass Bigler auch feinere Krimi-Welten zu inszenieren versteht, bewies er mit dem ersten, sehr sehenswerten "Kommissar Pascha"-Krimi, der 2017 in der ARD zu sehen war. "Die Muse des Mörders" ist hingegen drastisch gedachte, aber auch ein wenig vorhersehbare Unterhaltung für Freunde des klassischen Ritualmord-Krimis.

"Die Muse des Mörders" war nicht die einzige Zusammenarbeit zwischen Christiane Hörbiger und ihrem Sohn Sascha Bigler. Auch in der ORF-Komödie "Der Fall der Gerti B." trat das Erfolgsgespann 2019 gemeinsam auf - die Schauspieldiva vor, der Sohnemann hinter der Kamera.

Die Muse des Mörders - Mo. 22.06. - ZDF: 20.15 Uhr

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