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Er wurde 82 Jahre alt: „Tatort“-Erfinder Gunther Witte ist tot

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 20.08.2018 mopo
Gunther Witte wurde 82 Jahre alt. © picture alliance / dpa Gunther Witte wurde 82 Jahre alt.

Trauer um den „Tatort“-Erfinder Gunther Witte.

Der ehemalige WDR-Fernsehspielchef ist am 16. August 2018 im Alter von 82 Jahren unerwartet in Berlin gestorben, heißt es in einer Pressemitteilung.

WDR-Intendant Tom Buhrow: „Gunther Witte war eine der herausragenden Persönlichkeiten des Fernsehspiels. Mit seiner einzigartigen Erfindung der Tatort-Reihe hat er den WDR und das deutsche Fernsehen so nachhaltig geprägt wie kaum ein anderer: Sonntag, 20.15 Uhr ist nach wie vor Tatort-Zeit im Ersten. Das, was er geschaffen hat, bleibt und wird unsere Zuschauer weiterhin bereichern.“

Gunther Witte kam 1963 zum WDR

Witte wurde am 26. September 1935 im lettischen Riga geboren. 1963 kam er zum WDR. Zunächst arbeitete er als Redakteur und Dramaturg in der Abteilung Fernsehspiel, von 1979 bis 1998 als verantwortlicher Leiter.

Das Konzept für den regional geprägten „Tatort im Ersten“ entwickelte er 1969. Ein Jahr später ging mit „Taxi nach Leipzig“ der erste Tatort auf Sendung.

In den Folgejahren war der studierte Theaterwissenschaftler an vielen weiteren wichtigen Fernsehfilmproduktionen des WDR beteiligt, als Produzent etwa an Volker Schlöndorffs „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ und an Rainer Werner Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“.

Gunther Witte wurde mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet

Er arbeitete mit Regisseuren wie Wolfgang Petersen („Die Konsequenz“), Peter Beauvais („Die Ratten“) und Bernhard Wicki zusammen, mit dem er das Drehbuch zu dessen Film „Die Eroberung der Zitadelle“ schrieb.

Verdient machte er sich zudem als Förderer des Doku-Dramas. In seiner Zeit als Fernsehspielchef des WDR fiel auch der Start eines weiteren Dauerbrenners im Sonntagsprogramm des Ersten, der „Lindenstraße“. Gunther Witte ging 1998 in den Ruhestand.

2001 wurde Gunther Witte mit der „Besonderen Ehrung“ des Grimme-Preises ausgezeichnet. Seit 2007 war er Ehrenmitglied der Deutschen Filmakademie. 2013 wurde er mit dem Ehren-Bambi ausgezeichnet.

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