Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

"Tatort" aus München: Lüge, Wut und Trauer - warum der letzte "Tatort" vor der Sommerpause große Schauspielkunst ist

stern-Logo stern 04.06.2020 Carsten Heidböhmer
Szene aus dem München-"Tatort": Die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec, l.) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, 2.v.l.) finden das Fahrrad des toten Emil im Wald. © ARD/BR/Bavaria Fiction GmbH/Hendrik Heiden Szene aus dem München-"Tatort": Die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec, l.) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, 2.v.l.) finden das Fahrrad des toten Emil im Wald.

Der Mord an einem Jungen bringt zwei Ehepaare aus dem Gleichgewicht - denn in beiden Beziehungen gibt es Geheimnisse. Der neue "Tatort" aus München ist mehr Familiendrama als Krimi.

  • 4 von 5 Punkten
  • Ein zum Ende hin überzeugendes Familiendrama

Worum geht's?

Der kleine Emil wird tot im Wald gefunden. Für seine Mutter Judith (Laura Tonke) und Stiefvater David Kovacic (Lenn Kudrjawizki) bricht eine Phase der stummen Trauer an. Und der Ungewissheit. Denn die Kommissare Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) haben keine Spur, wer der Täter sein könnte. Emil war am Abend seines Verschwindens im Haus einer befreundeten Familie gewesen. Die scheint mehr als ein Geheimnis zu verbergen. Hat einer von ihnen mit dem Tod des Kindes zu tun?

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Ein Kind zu verlieren, ist das Schlimmste, was einer Mutter widerfahren kann. Diese Trauer glaubwürdig darzustellen, ist schauspielerisch schwer. Laura Tonke gelingt dies bravourös. Ebenso beeindruckend sind die Leistungen von Victoria Mayer und Hans Löw, die das befreundete Ehepaar spielen und an deren Minenspiel man ansieht, wie es unter der perfekten Fassade brodelt. Das ist großes Schauspieler-Fernsehen.

Was stört?

Erst sehr spät entscheidet sich der Film (Buch: Stefan Hafner und Thomas Weingartner, Regie: Christopher Schier), welche Richtung er eigentlich einschlagen will. Lange Zeit wirkt es wie eine Studie über die Trauer - ehe der Fall in der zweiten Hälfte noch einmal richtig Fahrt aufnimmt.

Die Kommissare?

Keine Mätzchen, kein privates Geplänkel: "Lass den Mond am Himmel stehn" ist so intensiv, dass kein Platz für irgendwelche Nebenkriegsschauplätze bleibt. Und das ist wohltuend.

Ein- oder Ausschalten?

Mit diesem Fall verabschiedet sich der "Tatort" in die Sommerpause. Und auch wenn das Thema alles andere als heiter ist - diesen Film sollten Sie nicht verpassen.

Batic und Leitmayr ermittelten zuletzt in diesen Fällen:

Erfahren Sie mehr:

"Polizeiruf 110" aus München: Die Sehnsucht nach dem kleinen Stückchen Glück

"Polizeiruf 110" aus Frankfurt/Oder: Die große Atomkraft-Verschwörung — ein "Polizeiruf" über Justiz und Korruption

"Tatort" aus Franken: Das ist das dolle "Dadord"-Deam

| Anzeige
| Anzeige

mehr von stern

| Anzeige
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon