Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Historische Bürgermeisterwahl: Erdogans AKP verliert Istanbul

Die türkische Opposition hat das Ruder in Istanbul übernommen und damit Präsident Recep Tayyip Erdogan eine herbe Niederlage beschert. Der Kandidat der Republikanischen Volkspartei CHP, Ekrem Imamoglu, errang bei der Wiederholung der Bürgermeisterwahl einen Sieg. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu erhielt er rund 54,03 Prozent der Stimmen. Sein Gegner, der ehemalige Ministerpräsident und AKP-Kandidat Binali Yildirim, kam auf rund 45,09 Prozent. Der Chef der Hohen Wahlkommission Sadi Güven sagte, die endgültigen Ergebnisse stünden im Laufe des Montags fest. Angebliche Regelwidrigkeiten bei erster Wahl Bereits bei der ersten Wahl im März hatte Imamoglu überraschend gewonnen - das Ergebnis wurde jedoch annulliert, nachdem die regierende AKP Unregelmäßigkeiten beklagt hatte. "Wir werden jeden einzelnen umarmen", rief der neue Bürgermeister, Ekrem Imamoglu, der jubelnden Masse zu. "Wir werden die Demokratie in dieser Stadt einführen. Wir werden in dieser Stadt Gerechtigkeit schaffen." Eda Alday, eine CHP-Ahängerin, sagte: "Es wird eine Demokratie in Istanbul geben: Einheit, Zusammengehörigkeit, Brüderlichkeit. Das wird großartig und alle werden es sehen. Auch Anhänger der AKP werden es sehen und ebenfalls an Imamoglu glauben." Demokratie Türkei? Imamoglus Gegner, Ex-Ministerpräsident Binali Yildirim, zeigte sich versöhnlich. "Eine Wahl bedeutet Demokratie", so Yildirim. "Mit diesen Wahlen hat sich einmal mehr gezeigt, dass der demokratische Prozess in der Türkei bestens und einwandfrei funktioniert." Erdogan, der im Vorfeld auf die Wahlwiederholung gedrängt haben soll, schrieb auf Twitter: "Ich hoffe, dass das Ergebnis Istanbul Glück bringen wird. Der nationale Wille hat sich heute einmal mehr gezeigt. Ich gratuliere Ekrem Imamoglu, der nach inoffiziellen Ergebnissen die Wahl gewonnen hat." Erdogans Anhänger bleiben ihm dennoch treu und geben ihm nicht die Schuld für die Niederlage. Selami Candan, ein AKP-Anhänger: "Wir sind sehr verärgert über das Wahlergebnis. Der Hauptgrund dafür ist natürlich die Tatsache, dass die Institutionen der AKP nicht funktioniert haben". Hohe Wahlbeteiligung Die Anhänger von Imamoglu sehen seinen Sieg als Beschleuniger für die immer tiefer werdenden Risse innerhalb der herrschenden AKP - etwas, das Erdogan verhindern will. Istanbul - die Millionenmetropole - ist der wirtschaftliche Motor des Landes und hat hohe symbolische Bedeutung. 25 Jahre lang war sie von islamisch-konservativen Bürgermeistern regiert worden - unter anderem von Erdogan selbst. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben von Anadolu bei 84,4 Prozent und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie bei der ersten Wahl Ende März.

NÄCHSTES

NÄCHSTES

Nachrichten unserer Partner

image beaconimage beaconimage beacon