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Rundreise durch Europa - Kerkrade

Das ist Kerkrade, eine Grenzstadt im Süden der Niederlande. Sie ist nur eine kurze Autofahrt von Maastricht entfernt, wo Europas Staats- und Regierungschefs 1992 den Weg für die Integration der EU ebneten. Fast 30 Jahre später scheinen die Bewohner der Stadt nicht viel Lust auf mehr europäische Integration oder Wahlen zum europäischen Parlament zu haben. Was hier für Aufregung sorgt, ist die Eröffnung von Dominos Pizza: "Es ist aufregend, weil wir in Kerkrade kein "Dominos Pizza" hatten und jetzt bekommen wir sogar noch eins, das ist schön für uns". Lindas Bruder ist auch hier. Er will eine Pizza "Vier Jahreszeiten", aber der 72-jährige Apotheker verliert fast den Appetit, als wir die Europawahl erwähnen: „Ich stimme für niemanden. Die in Brüssel arbeiten nur in die eigenen Taschen. Ich würde sagen, Holland - Nexit, wie in Großbritannien". Für Hein und diesen Lokalpolitiker, der auch Hein heißt, ist die EU wie ein Fass ohne Boden: „Europa verschwendet in Brüssel viel Geld. Aber viele Leute sehen nicht, was es in all den Jahren gebracht hat, zum Beispiel Frieden seit langer Zeit. Viele Leute haben das vergessen". Nicht so Shirwa Shire. Der 23-Jährige ist gekommen, um seine Online-Bestellung abzuholen. Er erzählt uns, wie hart das Leben in Kerkrade war, in dem viele Wähler der Meinung sind, dass die Niederlande zu vielfältig und zu voll sind. "Du wurdest hier geboren"? "Ja". "Wurdest du jemals wegen der Farbe deiner Haut gemobbt"? "Ja oft, als ich klein war, aber jetzt nicht mehr so oft." Dann treffen wir einen Wähler, der für die nationalkonservative FVD stimmen will. Er mag seinen Job als Pizzabote und ist mit dem E-Bike unterwegs. Er macht eine kurze Pause, um mit uns über Politik zu sprechen. "Ich bin jetzt 18, also kann ich wählen". "Ich habe eine Frage. Diese Partei, die FVD will den Schengen-Raum und die EU verlassen"? "Ich weiß es nicht. Ich muss arbeiten". "Aber Sie sagen, sie würden für diese Partei stimmen, aber Sie wissen nicht, was sie tun wollen. Sie wollen die Europäische Union und Schengen verlassen". "Ja, aber ich glaube nicht an die multikulturelle Gesellschaft, deshalb stimme ich für sie". "Sie möchten also lieber nur Niederländer in den Niederlanden haben"? "Ja". Die Niederlande stimmen schon an diesem Donnerstag ab. Sie haben die Wahl zwischen 16 Parteien und stellen 26 Abgeordnete.
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