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Türkischer Luftangriff trifft Konvoi mit Journalisten: Mindestens 10 Tote

Mehrere internationale Journalisten und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichten, dass in der Nähe der nordsyrischen Grenzstadt Ras al-Ain ein ziviler Konvoi getroffen wurde. Laut der Beobachtungsstelle wurden kamen dabei mindestens zehn Menschen ums Leben. Allein an diesem Sonntag wurden in dem Konflikt offenbar mindestens 26 Zivilisten getötet. Die Türkei hatte am Mittwoch ihre Militäroffensive gegen kurdische Milizen der YPG im Norden von Syrien gestartet. Ankara sagt, man wolle zivile Opfer vermeiden. Mit in dem Konvoi war die Reporterin Stéphanie Perez, die für den französischen TV-Sender "France 2" arbeitet. Sie schreibt, dass sie und ihr Team unverletzt geblieben sind, dass es aber auch unter den Journalisten Tote gegeben habe. Im Internet kursieren auch Bilder des Angriffs. Serekaniye ist der kurdische Name der von türkischen Truppen umzingelten Stadt Ras al-Ain. Der Konvoi soll unterwegs nach Ras al-Ain (kurdisch: Serekaniye) gewesen sein. IS-Anhänger aus Lager Ain-Issa entkommen Bei den Kämpfen zwischen türkischen Truppen und Kurdenmilizen sind zudem fast 800 Familienangehörige von Extremisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus einem Lager ausgebrochen. Bei den rund 780 IS-Unterstützern handle es sich um Ausländer verschiedener Herkunft, teilten die kurdische Autonomiebehörde mit. Sie seien nach einem Beschuss durch Milizen, die mit der türkischen Armee verbündet sind, aus dem Lager Ain Issa ausgebrochen. Der britische «Guardian» berichtete, es handle sich um etwa 250 Frauen und 700 Kinder. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte dazu nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu: «Das ist eine Desinformation.» Sie diene lediglich dazu, den Westen «aufzuwiegeln». Zahlreiche Politiker, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, hatten zuvor die Sorge geäußert, dass der IS mit der Militäroffensive gegen die Kurdenmilizen wiedererstarken könnte. Merkel fordert von Erdogan Ende der Offensive Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel forderte in einem Telefongespräch mit dem türkischen Präsidenten ein Ende der Militäroperation. Merkel warnte Erdogan, dass die Offensive ungeachtet berechtigter türkischer Sicherheitsinteressen zur Vertreibung größerer Teile der lokalen Bevölkerung führen könnte. Zudem drohten eine Destabilisierung der Region und ein Wiedererstarken der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, rund 780 IS-Unterstützer seien nach Beschuss durch mit der türkischen Armee verbundenen Milizen aus dem Lager Ain Issa ausgebrochen. Anwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur, dass einige von ihnen sich auf den Weg nach Al-Rakka gemacht hätten, der früheren Hochburg des IS. 130.000 Menschen auf der Flucht Rund 130 000 Menschen wurden laut UN-Angaben seit Beginn der Offensive am Mittwoch vertrieben. Im Fokus der Kämpfe standen am Sonntag die syrischen Grenzstädte Ras al-Ain und Tall Abjad. Mögliche EU-Sanktionen gegen die Türkei sollten am Montag Thema bei einem Außenministertreffen in Luxemburg und am Donnerstag beim EU-Gipfel in Brüssel Thema werden. Schweden hatte sich am Freitag für ein EU-weites Waffenembargo gegen die Türkei ausgesprochen und Wirtschaftssanktionen sowie Strafmaßnahmen gegen Einzelpersonen ins Gespräch gebracht. Auch die französische Regierung warf das Thema Sanktionen auf. Die USA behält sich Sanktionen ebenfalls weiterhin vor. Diese könnten klein starten oder von maximalem Druck sein, was die türkische Wirtschaft zerstören würde, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin dem Sender ABC. US-Präsident Trump ordnete den Rückzug weiterer Soldaten aus dem Konfliktgebiet an. Es bestehe die Gefahr, dass die USA zwischen zwei sich gegenüberstehende Armeen gerieten, sagte Verteidigungsminister Mark Esper dem TV-Sender CBS. Das sei eine «sehr unhaltbare» Lage. Washington wolle sicherstellen, dass keine amerikanischen Soldaten verletzt oder getötet würden. Es würden weniger als 1000 US-Soldaten abgezogen, sagte Esper Fox News. Einen Zeitplan dafür gebe es nicht. Auch die deutsche Journalistien Mesale Tolu, die in der Türkei angeklagt ist, meldet sich ¨auf Twitter zu Wort.
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