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Venedig ertrinkt in Touristenmassen

Venedig, die italienische Stadt im Wasser, ertrinkt in Touristenmassen. Und viele finden, ihr Traumurlaub ist zu voll mit Menschen. Reporterin Sarah Harman war in der Stadt unterwegs und hat sich mit Besuchern und Einheimischen unterhalten. "Hast du dir Italien so vorgestellt?", fragt Harman ein Mädchen. "Nein", antwortet dieses. "Was ist anders?", will Harman wissen. "Es sind viel mehr Menschen hier", ist die eindeutige Antwort. Venedig ist eine Touristenstadt. Hier leben etwa 50.000 Menschen - mehr als 20 Millionen besuchen die Stadt jedes Jahr. Das führt auch zu Problemen: Im Juni rammte ein Kreuzfahrtschiff ein Boot voller Reisegäste . Die Einheimischen sind von der Situation genervt . Carlos, venezianischer Einwohner und Anti-Kreuzfahrt-Aktivist, sagt: "Wir werden wie Disneyland." Venedig ist mit dem Problem nicht allein. Weltweit reisen mehr Menschen als jemals zuvor. Reiseberater Jeremy Smith erklärt: "Das Wachstum der Billigflüge hat die Möglichkeit eröffnet, viel kürzer und viel öfter zu reisen." In Venedig sind die Touristen wie ein zweischneidiges Schwert: Trotz aller Probleme sind sie wichtig für die lokale Wirtschaft. "Wer kauft dein Tiramisu?", will Harman von Roberto Carutti wissen, der in seinem Laden die bekannte Süßspeise herstellt und verkauft. "Ziemlich viele Touristen", sagt er. Die Zutaten dafür muss er per Boot vom Festland bringen, da die Läden vor allem die Besucher versorgen. "Jeder denkt, wir nutzen die Touristen nur aus. Das ist nicht so, wir haben viele Ausgaben", erklärt Roberto. Er wünscht sich, dass die Besucher gegenüber seiner Stadt etwas Respekt zeigen. "Benehmt euch!", fordert er. Das wünschen sich auch die Tourismusbehörden - und haben Kampagnen gestartet, um Menschen davon abzuhalten, auf den Treppen zu sitzen und die Stadt zu vermüllen. Paola Mar, die stellvertretende Bürgermeisterin, sagt: "Wir wollen nicht, dass die Leute von der Brücke springen und im Kanal schwimmen." Venedig wehrt sich gegen schlechtes Benehmen. Touristen, die in die Kanäle springen oder unangemessene Kleidung tragen, zahlen 500 US-Dollar. Guiseppina hat mehr Geduld für Touristen als die meisten - ihren Tag verbringt sie damit, Besuchern ihre Stadt zu zeigen. Aber auch für sie wird es manchmal zu viel. "Früher habe ich das Fenster geöffnet und Freunde gesehen. Jetzt sehe ich nur Ausländer, die nette Leute sind. Aber es gibt keine Nachbarschaft." Sie ist alleinerziehende Mutter, lebt mit ihren Eltern. Die meisten ihrer Nachbarn sind auf das Festland gezogen, um ihre Wohnungen an Touristen zu vermieten. Ihre Mutter Angela sagt, sie verlässt das Haus nicht mehr - nicht mal zum Einkaufen. Ihr sind die Straßen von Venedig einfach zu überfüllt.

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