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15. Biennale in Lyon: Erlebnislandschaft Kunst

Man nehme: Eine ehemalige Fabrikhalle und fülle sie mit bewegter Kunst. Die Lyoner Biennale, eine der wichtigsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst in Europa, eröffnet mit einer neuen Spielwiese. 29 Tausend Quadratmeter. Einst stellte hier die Elektronikfirma Fagor-Brandt Haushaltsgeräte her. Nun ist sie eine aufregende Kunstvitrine im Riesenformat, Ein Kuratorenteam vom illustren Pariser Palais de Tokyo hat diesmal die Künstler ausgesucht. Vittoria Matarrese erklärt: "Wir wollten wirklich das Gefühl geben, eine Erlebnislandschaft zu durchqueren. Deswegen begannen wir, uns eine Landschaft vorzustellen. Nicht einfach nur Natur, sondern auch eine wirtschaftliche, soziale, historische, politische, bakteriologische Umgebung, vom winzig Kleinen bis hin zu einer kosmogonischen Dimension." Das österreichische Künstlerduo Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl aus Wien serviert Genderkritik mit einer doppelten Portion Humor. Ashley Hans Scheirl: "Ich benutze gern den Begriff Transmedia, Transgenre, Transgender, weil ich selber Transgender bin. In meinen Werken versuche ich immer, unterschiedliche Genres und Medien zu vermischen." Auch hier wird Einiges vermischt: Science-Fiction, Mythologie und Biologie. "Prometheus Delivered" heißt die Installation vom österreichischen Bio-Artist Thomas Feuerstein : Eine Marmorskulptur, die allmählich von Bakterien zersetzt wird. In einem Tank gleich daneben werden menschliche Leberzellen mit den von den Bakterien erzeigten Nährstoffen gefüttert. Eine neue Leber für Prometheus entsteht. Die 15. Lyoner Kunstbiennale versteht sich als eine Art Ökosystem: "Là où les eaux se mêlent" - Wo Wasser auf Wasser trifft - lautet der Titel der Schau in Anlehnung an ein Gedicht des US-Autors Raymond Carver. Es gibt diverse Ausstellungsorte - auch mitten in der Stadt - und natürlich im Museum für zeitgenössische Kunst. Dort zeigt der Franzose Karim Kal Fotos aus der Jugendstrafvollzugsanstalt in Meyzieu bei Lyon. Karim Kal: "Hier sehen sie das Porträt eines Wächters, das einer der Insassen mit dem Kugelschreiber angefertigt hat. Das Fensterglas ist zerbrochen, wie so oft in Gefängnissen, weil jemand aus Wut das Fenster zugeworfen hat." Andrea Bolitho, euronews: "Viele Werke dieser ehrgeizigen und eklektischen Biennale werden in den kommenden Monaten wachsen und sich verändern. Ganz ähnlich wie die Metamorphose dieses Gebäudes, von der Haushaltsgerätefabrik zum Kulturzentrum. Die Biennale geht bis zum 5. Januar 2020. Das Programm mit allen Ausstellungsorten finden Sie hier.
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